Weil die Aufmachung des Covers ein wenig daran erinnert, wird der Streifen mit den Worten beworben: „Düsterer Terror-Mix im Stil von „The Purge“ und „Der Feind in meinem Bett“.
Mit beiden Filmen hat der Slasher von Autor und Regisseur Shaun Hart jedoch rein gar nichts gemein.
Außenseiter Matt gehen an Halloween die Sicherungen durch und er verletzt einen Nebenbuhler tödlich. Fünf Jahre später ist die damals auserwählte Claire noch immer ein wenig traumatisiert und es nähert sich Halloween…
Die Geschichte steigt tauglich ein, indem die späteren Motive von Matt veranschaulicht werden: Mobbing an der Schule, harte Prügel von Dad und das Herzblatt wendet sich einem anderen zu, welcher auch noch Streit anzettelt. Ein zwar reichlich klischeebeladener Background, doch die Szenerie zündet und es gibt ein paar kleine Gewalteinlagen.
Von beidem ist im Verlauf nur noch wenig vorzufinden.
Denn die Geschichte versteift sich zu sehr auf Claire und ihre Liebschaften, wobei es etwas merkwürdig anmutet, dass die hübsche Dame mindestens zweigleisig fährt. Dazwischen tummeln sich einige unwichtige Figuren und es gibt leider auch sehr viel Redundanz, denn es ist völlig irrelevant, ob ein Basketballtrainer noch einmal fürs kommende Spiel motiviert oder eine Ex für eine kleine Portion Koks Rabatt erhalten könnte. Vom Killer ist derweil lange Zeit nichts zu sehen, denn der taucht erst nach rund 40 Minuten wieder auf.
Nun könnte die Schlachtplatte serviert werden, doch als zwei Paare am Strand im Halbdunkel gemeuchelt werden, macht sich sogleich Ernüchterung breit. Einzig ein Pflock im Hals ist auszumachen und auch das ist nicht gerade blutig umgesetzt. Es folgen noch einige Messerstiche und angedeutete Gemeinheiten, doch diese werden stets aus verdeckenden Winkeln präsentiert, wodurch Splatterfans nahezu leer ausgehen.
Rund 20 Minuten vergehen zwischen den Auftritten des Killers, dazwischen ist langweiliges Beziehungsgedöns angesagt, während es weiterhin vor Nichtigkeiten trieft. Selbst der Showdown setzt nicht auf Tempo, sondern macht einen auf Moral und Hinterfragen der Opferrolle, was dem Treiben endgültig das Genick bricht.
Am Ende fühlt sich das Werk mehr nach Drama und Coming-of-Age denn Slasher an, Spannung und Atmosphäre finden sich allenfalls in Ansätzen und auch darstellerisch ist kaum ein brauchbares Minenspiel auszumachen. Regisseur Hart verfehlt die Zielgruppe um Meilen, was folgerichtig keine Empfehlung nach sich zieht.
3,5 von 10