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Im sonnigen Santa Barbara durchlebt der jugendliche Matthew gerade eine wenig erfreuliche Zeit: In der Schule kommt er an das Mädel, auf das er steht, nicht heran und zuhause drischt der gewalttätige Vater mit einem Baseballschläger auf ihn ein. Auf der obligatorischen Halloween-Party versucht er erneut, Claire (Devon Barnes) zu einem Tanz zu überreden - doch sie lehnt ab, da sie schon vergeben ist. Schlimmer noch: Draußen lauert ihr Freund und seine Clique auf den Außenseiter und es kommt zu einer blutigen Schlägerei, in der sich der sportliche Matthew jedoch behaupten kann: Nachdem er den Kontrahenten tödlich verletzt hat, flieht er vor der Übermacht.
Jahre später ist Claire inzwischen Psychologie-Studentin am örtlichen College, betreut verhaltensauffällige Kinder und ist mit einem Basketballer zusammen. Allerdings ist die äußerlich freundlich und hilfsbereit wirkende Brünette auch ein ziemliches Luder, denn sie betrügt ihren Freund mit einem anderen Studenten und scheint in einigen Momenten innerlich unerklärlich aufgewühlt und zerrissen. Als sich zwei junge Pärchen aus ihrem College-Bekanntenkreis nachts am Strand vergnügen, taucht plötzlich ein maskierter Fremder auf, der dem Treiben ein blutiges Ende setzt...

Die US-Produktion Campus Killer - Das Böse kehrt zurück steigt ziemlich direkt ins Geschehen ein, verliert sich dann jedoch immer mehr in Belanglosigkeiten, die für den Fortgang der Geschichte vollkommen unnötig sind. Erst nach 40 Minuten schlägt der Killer zum ersten Mal zu, davor (und danach) werden Parties, Drogenkonsum, Basketball-Training und (hauptsächlich) Beziehungsgequatsche durchexerziert, ohne daß ein weiterer Zusammenhang zum titelgebenden Killer erkennbar ist. Der handelt offenbar ohne Konsequenzen, denn weder die Polizei noch örtliche Medien tauchen auf, Claires Leben geht einfach weiter und sie wundert sich nur, warum sie von den beiden Pärchen nichts mehr hört. Warum sie nach 3 Jahren Studium dasselbe beenden will, obwohl eine der Jahrgangsbesten, bleibt ebenso im Dunklen wie ihre Promiskuität, die sie ganz nonchalant zelebriert.
All diese, einen Erzählfluß gar nicht erst aufkommen lassenden Szenen sind mit teilweise aufdringlicher elektronischer Musik von Trance-Klängen bis hin zu harten Techno-Beats unterlegt. Die Dialoge reichen vom üblichen Bla-bla junger Partygänger bis hin zu existentialistischen Fragen nach Gott und dem Sinn des Lebens, die dann erst recht so gar nicht zu diesem Film passen wollen. Irgendwann zeigt sich dann wieder der maskierte Killer, metzelt ein bißchen (ist ja schließlich gerade wieder Halloween) und weiter gehen die Parties. Die beteiligten Personen kann man teilweise gar nicht mehr auseinanderhalten, was aber nicht stört, da sie einem ohnehin vollkommen egal sind. So schleppt sich das Geschehen eher träge dahin, und der einzige Grund, diesen müden Slasher nicht abzudrehen, besteht darin zu erfahren, was den Killer antreibt. Diesen Wunsch erfüllt jener dann auch später, was den Zuseher aber nicht unbedingt schlauer macht. Vollkommen verzichtbar jedoch ist der viel zu lange Schlußmonolog der Hauptdarstellerin, die aus den zurückliegenden Ereignissen wirre bis schlicht saudumme Folgerungen für sich zieht - soviel Unsinn mag man fast als Zuschauer-Verarschung betrachten.

Zu den Produktionsnotizen dieses merkwürdigen Films gehört der Umstand, daß am kalifornischen Drehort genau an dieser Universität (Isla Vista) wenige Jahre zuvor ein Massaker mit (ebenfalls) 6 Toten stattgefunden hatte - möglicherweise wollte der Regisseur ein Psychogramm des Killers entwerfen, was ihm jedoch gänzlich misslungen ist.
Wollte man überhaupt etwas Positives herausgreifen, wären dies allenfalls die spärlichen Auftritte dieses Michael Myers für Arme, die den Film als Slasher qualifizieren. Mit sehr geringem Blutgehalt ausgestattet sind dessen Kurzauftritte zumindest nicht ganz daneben, der große Rest dazwischen ist jedoch unpassend und schlicht uninteressant und mag in einer Seifenoper besser aufgehoben sein. Mit viel Wohlwollen 2,51 Punkte.

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