Review

Der berühmteste Homunkulus der Welt geht wieder um und nicht zum ersten Mal trifft er dabei auf äquivalente Genregrößen. Einer Mumie ist er in all den Jahren zumindest nicht vordergründig begegnet, jedoch sah das Monster auch noch nie so dämlich aus wie im vorliegenden Werk von Autor und Regisseur Damien Leone.

Victor Frankenstein lehrt an der Uni in New York Philosophie, während er anbei heimlich an einem zusammengeschusterten Körper experimentiert. Derweil hat seine Herzflamme, Ägyptologin Naihla, die Mumie von Usekara aus Ägypten mitgebracht, welche mit einem Fluch belegt sein soll. Als die Mumie kurz darauf erwacht und einen Professor für ihre Belange einspannt, ahnt das frische Liebesglück noch nichts von den perfiden Plänen der Frankenstein-Kreatur...

Treffen diverser Monster waren bereits in den 40ern groß angesagt und dabei gab es auch einige Male richtig Kloppe. Hier dauert es indes fast zwei Stunden, bis die Titelgebenden kurz vorm Abspann aufeinander treffen, was noch nicht einmal sonderlich brachial in Szene gesetzt ist.
Dabei wurde die Mumie halbwegs ansehnlich gestaltet und die Bewegungen, als auch die tiefe Stimme bringen ein wenig Atmosphäre ins Spiel, was auf Frankensteins Monster rein gar nicht zutrifft. Der Typ erinnert ein bisschen an eine Kopie von Marilyn Manson, ein wenig Gothic, etwas Metal, aber eben nicht wie eine künstlich geschaffene Kreatur.

Derweil harmonieren die Entstehungsgeschichten der späteren Gegner überhaupt nicht miteinander und lediglich ihre "Schöpfer" sind per Liebesgeschichte miteinander verbunden.
Jene zieht sich allerdings merklich und auch das Drumherum in der Uni benötigt zuviel Anlaufzeit und bindet gleichermaßen einige Nebenfiguren ein, die im Verlauf kaum von Bedeutung sind, wie etwa ermittelnde Polizisten oder Studenten in Opferrollen.

Was zwischenzeitlich ein wenig aufhorchen lässt, sind einige handgemachte Effekte, die recht ordentlich gestaltet sind und zuweilen relativ explizit ausfallen. Es findet eine Lobotomie statt, Kehlen werden aufgeschlitzt, Gedärme und Herzen entnommen und Ohren und Nase abgeschnitten. Spannung kommt bei alledem jedoch nur äußerst selten auf und auch atmosphärisch geben die Kulissen aufgrund überaus simpler Ausstattung in zumeist düsterer Umgebung nicht allzu viel her.

114 Minuten sind definitiv zu ausladend für eine Story, die mit mindestens einer halben Stunde weniger ausgekommen wäre. Die Schicksale der Hauptfiguren berühren, nicht zuletzt aufgrund der schwachen Darstellerleistungen fast gar nicht, die Schöpfungsgeschichten der beiden Mutationen finden nur sehr holprig zueinander und die vagen Andeutungen bezüglich literarischer oder historischer Vorbilder verpuffen zumeist.
Bei so einem Aufeinandertreffen hätte man deutlich mehr Krawall erwartet, doch der bleibt, bis auf maximal zwei Minuten gegen Ende komplett aus.
Knapp
4 von 10

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