Review

kurz angerissen*

Dass der Suggestivthriller sich einer wahren Geschichte brüstet, ist nichts weiter als die Anlassnahme zu einer Abfolge surrealer Horrorsequenzen, in die man alles oder auch nichts hineininterpretieren kann. Den Zuschauer sollen sie verunsichern, zumal die Urteilsfähigkeit der Hauptfigur mit zunehmender Laufzeit verschwindet; wenn man die Taschenspielertricks jedoch ignoriert und sich von Anfang an auf den roten Faden konzentriert, ist es ein Leichtes, die Finten zu durchschauen.

Im Rahmen ist "Regression" ein Noir-Ermittlerfilm nach Vorbild von "Sieben", der seine Bildsprache jedoch eher mit dem jüngeren Genre-Gratwandler "Erlöse uns von dem Bösen" teilt. Farbfilter machen den Tag zur schwarzblauen Nacht, aggressive Kontraste überzeichnen die klaren Linien der Realität und Ethan Hawke fällt die Darstellung eines psychischen Wracks recht leicht – eine Leichtigkeit, die Emma Watson in der zweiten größeren Rolle nicht zufällt.

Alejandro Aménabar fährt inhaltlich schwere Geschütze auf, denn die Abläufe der dargestellten schwarzen Messen sind nichts für schwache Mägen. Ein wenig entsteht der Eindruck, als müsse man auf solch harte Stoffe zurückgreifen, um interessant zu bleiben. Trotz der prinzipiell ansprechenden Präsentation erscheint "Regression" dadurch stets gezwungen und kann nie in die Fußstapfen der großen Referenzen treten.

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