Schon lang hat mich kein Film mehr so tief in meinem Herzen getroffen wie Spotlight.
Wie hier langsam aber sicher die systematische Ignoranz der Gesellschaft ans Tageslicht getrieben wird, während das heftige Problem zuvor schon sich stechend scharf bemerkbar machte. Wie Vertrauen systematisch vom Machtmissbrauch unterwandert wird, wie nur die Hartnäckigkeit der Wahrheitsfindung der Gerechtigkeit auf die Beine helfen kann und wie nur so eine Chance besteht nicht hinnehmbare gesellschaftliche Geschwüre irgendwann auch herausschneiden zu können. Das alles hat mich sehr intensiv getroffen, zu einigem an Tränenflüssigkeitsverlust geführt und mir erneut stark verdeutlicht, die Bedeutung des genauen Hinsehens und die Wichtigkeit das Möglichste zu tun, nicht zu unterschätzen.
So will doch in einer Welt in der eine derartige Schutzlosigkeit besteht, wahrlich niemand leben. Jedoch sind die in Spotlight aufgezeigten großen Verbrechen/Sünden und noch viele andere in unserer Welt, alltägliche Realität. Dabei sind wir uns doch alle einig, dass die Würde des Menschen unantastbar sein sollte.
Unter diesen Gesichtpunkten, wäre es für mich eine Enttäuschung,
falls Spotlight dieses Jahr bei den Oscars nicht den Preis für den besten Film gewinnt, da er, denk ich, der dringendste und wichtigste Film ist.