Review
von Leimbacher-Mario
Staffel 4 - 5/10
Staffel 4
Worst Of
Als regelmäßiger „Bachelor“-Gucker war und ist „UnREAL“ als brutal-düstere, köstliche Dekonstruktion solcher Shows ohne Frage lohnenswert. Daran ändert auch diese anstrengende, ärgerliche und suboptimale letzte Staffel nichts, in der einige der „Everlasting“-All Stars aufeinandertreffen und die Show endgültig aus der Spur fliegt - und mit ihr die labile Rachel Goldberg...
Figuren dürfen sich im Verlauf einer Serie ändern. Sollten sie sogar, siehe etwa Walter White oder Carol Peletier. Aber was „UnREAL“ in diesem Finale mit seiner Hauptfigur Rachel Goldberg macht, plötzlich und plump, ist schon eine Frechheit. Sie war, genauso wie etliche andere Charaktere in der Show immer etwas angeschlagen, dunkel und diskussionswürdig, hat düstere Gedanken und eine tragische Vergangenheit, ohne Frage psychische Probleme, kann Leute manipulieren und hat mehr als nur moderate Bindungsprobleme im privaten Bereich (der bei ihr eh kaum existiert). Aber sie hatte eine gute Seele und ein spürbares Gewissen. Sie am Ende der Serie aber nahezu die ganze Zeit komplett zu brechen und ihre Intrigen genießen zu lassen, sie zu einer wirklich hassenwerten Frau zu machen, einer „Schlag ihr in die Fresse!“, hat es in sich. Selbst wenn sie am Ende bekommt, was sie verdient. Das reicht nicht, das passt nicht, das wirkt nicht (positiv). Das kann man mutig nennen - oder eben, als Entziehung des letzten großen Ankers der Serie, vollkommen daneben. Ich tendiere arg zu Letzterem. Desweiteren wirken auch weitere Personen bizarr neben der Spur, das plötzliche Herausschreiben einiger Figuren wirkt weiterhin unelegant und richtig kulminiert hier gar nichts. Alles brennt aus und stürzt ab. Das mag zu diesem dreckigen Geschäft und solchen trashigen, menschenzerstörenden Formaten passen - aber bei einem Kommentar dazu, bei „UnREAL“, wirkt es arg enttäuschend und hoffnungslos, grau und lieblos. Aber Ähnliches ist ja auch schon bei „Californication“ oder „Entourage“ passiert, die ja beide viele Parallelen und Gemeinsamkeiten mit der hier besprochenen schwarzhumorigen Showsatire haben. Ist eben ein schmaler Grad zwischen Staunen, Raunen und Kopfschütteln, zwischen Antiheld und Bitch, zwischen angeknackst und kaputt, zwischen Unterhaltung und Zerstörung.
Fazit: kein allzu gutes Ende für eine anfangs gnadenlos gute (& böse!) Mediensatire. Bekannte Figuren verhalten sich unfassbar seltsam, die Story wirkt eines Finales kaum würdig und man ist am Ende eher froh, dass es vorbei ist... so sollte eine eigentlich gelungene Serie nicht ausfizzeln! (5/10)