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Einen Slasher zu produzieren scheint kein großer Akt, - schließlich folgt er den denkbar einfachsten Konventionen, was primär in den Achtzigern zu einigen skurrilen Auswüchsen führte, wie etwa die Reihe um "Sleepaway Camp". Das hat Regisseur Todd Strauss-Schulson treffend durchschaut, indem er den Film im Film im Film konzipierte und sich somit hautnah den Regeln des Genres gegenüberstellt.

Max (Taissa Farmiga) verlor vor drei Jahren ihre Mutter bei einem Autounfall, welche als Star im 80er Slasher Camp Bloodbath" mitwirkte. Als das örtliche Kino den Streifen erneut zeigt, entsteht im Kinosaal ein Feuer, doch Max und einigen Freunden gelingt die Flucht durch die Leinwand. Als sie erwachen, befinden sie sich mitten in der Szenerie von "Camp Bloodbath" und begegnen alsbald den Figuren des Streifens. Gefangen im Film, lässt der vermummte Killer nicht lange auf sich warten...

"The Final Girls" huldigt natürlich den klassischen Wald - und Wiesen-Slasher, er scheut sich jedoch auch nicht, die eklatanten Mankos jener Spezies in den Vordergrund zu stellen.
So treffen die modernen Teens auf jene der Achtziger, bei denen es den nervenden Poser mit den selten dummen Sprüchen gibt, die naive Jungfrau, aber auch die Knallharte, wobei die Härte bereits durch ein protziges Auto, Lederklamotten und die Kippe im Mundwinkel symbolisiert wird. Hinzu kommen auffallend bunte Blumen in einer ebenso künstlich anmutenden Szenerie, in der die Gebäude in jeder Einstellung nach Filmstudio aussehen.

Die zurückhaltende Max ist rasch als Sympathieträgerin etabliert, während das Verhältnis zu ihrer vermeintlichen Mutter (Malin Akerman) für die leicht sensiblen Momente sorgen und stellenweise unweigerlich an "Zurück in die Zukunft" erinnern.
Derweil wissen die Freunde um Max natürlich über die Mechanismen des Genres Bescheid, während die naiven Protagonisten des Films keinen blassen Schimmer haben ("Was ist online?") und sich der Gefahr des maskierten Killers nicht bewusst sind.

Jener ist nicht gerade die Stärke des Werkes, stampft er doch mit einer eher austauschbaren Maskerade durch die Gegend und mordet vergleichsweise unblutig, wobei die eine oder andere Todesszene durch eine durchdachte Optik und eine effektive Schnittfolge überzeugt und somit ein wenig an "Final Destination" erinnert. Bis auf ein, zwei toll gefilmte Kettenreaktionen bleibt das Handwerkliche eher zweckdienlich, jedoch stets versiert.
Unterstützt wird die 80er Stimmung durch einen minimal gehaltenen Synthie-Score, während Songs wie "Cruel Summer" von Bananarama, "Betty Davies Eyes" von Kim Carnes oder "Dance Hall Days" von Wang Chung ein wenig Nostalgie vermitteln.

Klar zündet nicht jeder Gag und das typisch Überdrehte einiger Figuren ist stets nah an der Schmerzgrenze, doch die Idee sich begegnender Handlungsebenen, mit Schwarzweiß-Rückblenden ins Jahr 1957, nahezu greifbaren Credits und diversen Zeitschleifen ist durchaus clever und weiß die meiste Zeit über recht solide zu unterhalten.
Treffend performende Mimen, ein fast durchweg flottes Erzähltempo und spaßige Outtakes während des Abspanns runden die Sache ab. Für Freunde des klassisch gehaltenen Slashers und für solche, die ihn eigentlich nicht mehr sehen können...
7 von 10

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