„Jin-Roh“ zu beschreiben, fällt nicht leicht. Hier sehen wir mal einen Anime, bei dem nicht die Technik, die Zukunft oder was ähnliches im Vordergrund steht, sondern einfach mal der Mensch selber.
Tokio nach dem Krieg. Die Stadt ist zerstört, die Wirtschaft am Ende, Chaos in den Straßen. Mittlerweile gibt es drei Gewalten in Tokio. Natürlich die Polizei, dann radikale Sekten und eine neue Polizei, die sogenannte Hauptstadtpolizei. Sie sind extrem ausgerüstet, arbeiten meistens mit der Polizei zusammen, agieren aber trotzdem, wenn es sein muss, für sich alleine. Zu einer Einheit gehört Kazuki Fuse. In der Tokioer Kanalisation läuft ihm ein Mädchen über den Weg, ein sogenanntes Rotkäppchen. Aber auch diese Rotkäppchen sind Terroristen. Trotzdem erschießt Fuse das Mädchen nicht, diese sprengt sich daraufhin selbst in die Luft. Fuse erwarten Konsequenzen, er wird zur Ausbildung zurückgeschickt. Später lernt Fuse die Schwester der Getöteten kennen. Beide unternehmen viel miteinander und man könnte meinen, Fuse zweifelt mittlerweile an seinem Job. Doch alles ist nicht so, wie es scheint...
„Jin-Roh“ kann man grob in 3 Teile aufsplitten, Action – Handlung – Action, wobei die Handlung den größten Teil einnimmt, nämlich die Beziehung zwischen Fuse und dem Mädchen.
Zu Begin sehen wir ein gewaltbereites Tokio, in dem ein Schar von Polizisten gegen Bürger kämpfen, darunter auch Terroristen, bis die Hauptstadtpolizei schließlich eingreift. Dabei geht es sehr graphisch zu, wenn ganze Salven auf eine Person geschossen werden. Man fühlt sich bei den Szenen nicht zu Unrecht an die berühmten Berliner Chaostage erinnert.
Danach wird es ruhiger, wenn wir den Menschen Fuse näher kennen lernen. Und immer wieder taucht das berühmte Märchen der Gebrüder Grimm auf, welches und zwischendurch immer wieder erzählt wird, wenn teilweise leicht verändert, drastischer, aber passt es doch zur Story, wenn man sie nur lang genug verfolgt.
Zeichnerisch ist „Jin-Roh“ nicht gerade überragend, passt aber irgendwie zur Optik des Films. Der Film ist alles andere als farbenfroh, eben genau so wie die ganze Stimmung des Films. Einen Grund zu lachen bekommt man überall, nur nicht bei „Jin-Roh“.
Das Ende ist hart und brutal, beschönigt aber nichts. Dies hätte auch gar nicht zum Film gepasst. Es zeigt nur, wie es heute in der Welt abläuft und wohl auch weiter ablaufen wird.
Fazit: „Jin-Roh“ ist ein bedrückender Film, den man sich sicherlich nicht mal so nebenbei angucken kann. Man entdeckt parallelen zu unserer Welt und gerade das ist es, was den Betrachter ein gewissen Unwohlsein bescheinigt. Wer Zeit hat, sollte sich diesen Film mal in aller Ruhe ansehen und wirken lassen.