Nach einem mehr oder weniger geglückten Raub bricht die Bande von Butch Cassidy auseinander: Butch und Ironhead pokern um den Führungsanspruch, und Ironhead verliert. Butch und Kid ziehen mit der Beute und ein paar Männern in die eine Richtung und Butch mutiert zum Viechdoktor, während Ironhead herausbekommt dass Butch beim Pokern betrogen hat und mit den anderen Männern loszieht, Rache zu nehmen. Einer der Männer Ironheads, Buck, freundet sich bei einer Schlägerei mit einem Einzelgänger an, Macho. Gemeinsam zieht man los um Männerspiele zu spielen: Prügeleien, Anwaltskanzleien überfallen, und Butch auf die Pelle rücken, bevor der es tut. Wenn Ironhead nur nicht so verdammt rachsüchtig und hinterhältig wäre …
Eine tiefsinnige und zum Nachdenken animierende Moritat, die uns Demofilo Fidani da präsentiert: Wie weit treibt uns die Lust auf blonde Frauen? Kann uns diese Lust sogar töten? Und wie weit kann eine Männerfreundschaft gehen? Sogar bis zum Opfertod eines der beiden Freunde? Überhaupt, Vertrauen: Was ist das? Vertrauen unter Freunden, unter Kampfgenossen, unter Gegnern, … Und das alles ist eingebettet in den Herbst, der mit kahlen Bäumen und ausgebleichten Farben das Sterben des einst so kraftvollen Italo-Westerns begleitet …
Häh, Fidani und Philosophie? Ja, ich meine das im Ernst! ICH WILL DEINEN KOPF ist zum einen ein typischer Fidani-Western, dem man sein mangelndes Budget ab der allerersten Filmsekunde ansieht (nämlich wenn für Pferde nicht genügend Geld da war, und die Bande von Butch Cassidy zu Fuß über das Cave-Studio-Gelände geht), und wo viel gelaufen und geprügelt wird (ist billiger als Platzpatronen). Auf der andere Seite hat es viele skurrile und gute Ideen (“gut“ im Sinne von “phantasievoll“): Der hartgesottene Cowboy der sein Herz an eine Puppe verliert, oder die Idee, sich hinter gebrauchten Mobilbüschen zu verstecken um Butch Cassidy anzugreifen. So idiotisch solche Sachen sicher sein mögen, aber es ist einfach mal etwas anderes als das ewige Reiten und Schießen. Klaus Kinski der in einen Apfel beißt und viel zu viel im Mund hat als dass er noch kauen könnte. Giancarlo Prete und Jack Betts als Kid und Butch, bei denen die Chemie sichtlich stimmt und die, als sie aus den Fässern rauskugeln, vor Lachen kaum noch stehen können. Wieder Kinski, der sich als Priester in eine Prügelei einmischt, laut von Liebe lamentiert, und die beiden Streithammel dann mit zwei gezielten Hieben zu Boden schickt …
Es hat einfach unendlich viele schöne, und fast poetische Momente in diesem Film, welche die üblichen Fidani-Momente, die langweilige Musik, und das Fehlen von Fidani-Tochter Simone Blondell einfach mehr als aufwiegen. Ein Western für Leute die genau hinschauen, und die bereit sind sich verzaubern zu lassen von Momenten, von denen man es am Wenigsten erwartet. Etwa in einem Fidani-Western … Herzerwärmend! Und unterhaltsam!!