Ein katholisches Mädcheninternat irgendwo im Norden des Staates New York: ein paar Tage Frühlingsferien stehen vor der Tür und die allermeisten Mädchen fahren zu ihren Eltern, nicht ohne jedoch noch eine Schulvorführung vor Eltern und Schülern zu machen. Bei dieser Veranstaltung singt auch Katherine (Kiernan Shipka), deren Eltern aber nicht auftauchen, weder vor noch nach der Veranstaltung. Der besorgte Schuldirektor erreicht sie auch nicht, so dass Kat gezwungen ist, die Tage zusammen mit den beiden alten Schulkrankenschwestern und Rose (Lucy Boynton) zu verbringen. Im Gegensatz zu Kat ist Rose oberflächlich ganz entspannt, dass ihre angeblichen konfusen Eltern sie erst am Freitag abholen (es ist Mittwoch), denn sie hat ganz andere Sorgen: ein junger Mann, mit dem sie sich heimlich trifft, hat sie womöglich geschwängert. Neben Rose und Kat gibt es noch andere, dritte Hauptfigur: Joan (Emma Roberts). Sie macht sich als Tramperin auf den Weg zum Mädcheninternat, mitgenommen von einem besorgten Ehepaar, das wohl selbst genug Probleme hat…
Erst einmal liest sich das nicht wie ein klassischer Horrorfilm. Man könnte vielleicht an den Film „Kristy“ denken, in dem Ashley Greene als fiese Pseudopunkerin die während Thanksgiving dagebliebene Haley Bennett in deren Schule quält, aber „February“ geht ganz anders vor.
Osgood Perkins (ja, der Sohn von Anthony) schuf vielmehr ein Film, der primär von einer unheimlichen, verstörenden Stimmung getragen wird, die dem Zuschauer, der sich darauf einlässt, wirklich unter die Haut geht. Dabei springt der Film zwischen mehreren Zeitebenen hin und her, aber in einem nachvollziehbaren Maß.
Es gibt winzige Details in dem Film, die in der Rückschau Sinn ergeben und die zum Verständnis des Geschehens beitragen. Wahrscheinlich würde man bei der Zweitsichtung noch viel mehr entdecken! So aber verursacht „February“ eine permanente, unwohle Stimmung, die schließlich eskaliert und in einem verstörenden Finale endet. Das Gesicht von Emma Roberts am Ende (dies kann man sagen, ohne zu spoilern), schwankend zwischen Lachen und Weinen, Grauen und Erleichterung ist mir wahrlich im Gedächtnis geblieben… ich sehe sie eh sehr gern, aber hier zeigt sie doch wieder, was sie kann. Auch die anderen Darstellerinnen sind hervorragend und vor allem keine klischierten Horrorfilm-Abziehbilder, sondern wirkliche Figuren. Am besten ist es wirklich, diesen Film auf sich einwirken zu lassen, ohne viel vorher zu wissen. Ich musste oft an David Lynch denken: ein Atmosphäre des Bedrohlichkeit, die einen wirklich umschlingt. Aber: man muss sich darauf einlassen. Dann aber wird man, wie ich finde, belohnt. Wegen einiger kleinerer Längen „nur“ 8,5/10, aber dennoch sehr empfehlenswert. Wer das also liest und auf die Fantasyfilmfest White Nights kommendes Wochenende kann: rein mit euch!