Osgood Perkins’(Sohn von Anthony “Norman Bates“ Perkins) „Die Tochter des Teufels“ ist ein düsterer, atmosphärischer Horrorfilm, der mehr Wert auf Stimmung und unterschwellige Bedrohung legt als auf klassische Schockmomente. Der Film spielt größtenteils in einem abgelegenen katholischen Internat, das während der Winterferien fast vollständig verlassen ist – eine Kulisse, die Perkins effektiv nutzt, um eine durchgehend unheimliche, isolierte Atmosphäre aufzubauen.
Visuell ist der Film bemerkenswert stark. Die kalte Farbpalette, die langen Einstellungen und das ruhige Tempo erzeugen eine beklemmende Stimmung, die besonders in den ersten zwei Dritteln sehr gut funktioniert. Auch die Darstellerinnen liefern solide Leistungen ab und tragen viel zur unterschwelligen Spannung bei.
Allerdings hat der Film auch deutliche Schwächen. Die Handlung entwickelt sich sehr langsam und bleibt lange kryptisch, was zwar zur mysteriösen Atmosphäre beiträgt, aber auch Geduld verlangt. Einige narrative Entscheidungen wirken eher verwirrend als clever, und das große Bild setzt sich erst sehr spät zusammen. Selbst dann wirkt die Auflösung nicht ganz so wirkungsvoll, wie der Film es offenbar beabsichtigt.
Zudem hätte der Film emotional etwas mehr Tiefe vertragen können. Trotz der starken Stimmung bleibt eine gewisse Distanz zu den Figuren bestehen, was es erschwert, wirklich mit ihnen mitzufühlen.
Zumindest ist „Die Tochter des Teufels“ ein stilistisch interessanter Horrorfilm mit einer eindringlichen Atmosphäre und einigen starken Momenten, der jedoch durch sein gemächliches Tempo und eine etwas unbefriedigende narrative Struktur ausgebremst wird. Für Fans von langsamem, atmosphärischem Horror durchaus sehenswert – für alle anderen möglicherweise etwas zu sperrig.