"88:88" ist ein experimenteller Collagen-Film, der sich mit der Unterschicht Winnipegs beschäftigt.
Es fällt mir schwer den Film zu beschreiben, da die Bilder und der Ton des Filmes unabhängig voneinander eine Geschichte erzählen. Einzig die Rahmenhandlung hält den Film zusammen.
Zu bestaunen gibt es wunderbare und von Symbolik strotzende Landschafts- und Stadtaufnahmen, was in manchen Einstellungen etwas an "Koyaanisqatsi" erinnert. Zudem gibt der Film die Technikverliebtheit oder die Verachtung der neuen Technik, je nach dem, des Regisseurs wieder.
Die Szenerie wechselt sich von symbolschwangeren, beinahe philosophischen Bildern zu negativen, deprimierenden Bildern ohne sich um einen Übergang zu bemühen, was diesem Film auch nur schaden würde. Auch politische und soziale Meinungen und Fakten werden in diesem "Film" wiedergegeben. Natürlich wirkt dieses Stück Zelluloid, welches eine Mischung aus Experimental- und Essayfilm darstellt, nach einiger Zeit ermüdend, doch trotzdem konnte ich meine Augen nie vom Monitor abwenden, hypnotisiert von dieser Komposition aus Bild, Ton und Musik.
Empfehlen kann ich diesen Film nicht jedem, doch wer vor einem wilden, sozialkritischen Collagenfilm, der wie "Enter the Void" auf Drogen wirkt, nicht zurückschreckt, sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren.