Anthologien haben in jüngster Zeit ein wenig von ihrer Anziehungskraft eingebüßt, was nicht zuletzt daran liegt, dass einige Episodenfilme ohne Kernthema daherkommen.
Im vorliegenden Fall äußert sich das ein wenig anders, denn ein einsamer Highway am Rande der Mojave-Wüste verkettet einige Schicksale miteinander.
In den fünf Episoden geht es um eine teuflische Zeitschleife, dämonische Rituale, medizinische Hilfe via Telefon, Kaffbewohner mit düsterem Geheimnis und Home Invasion mit doppeltem Boden.
Bereits die erste Geschichte verdeutlicht das Böse, welches von der staubigen Wüstengegend auszugehen scheint, als fliegende Skelette zwei Männer heimsuchen, welche offenbar ein paar üble Stunden hinter sich haben. Jene werden in der Abschlusserzählung veranschaulicht.
Dazwischen geht es zuweilen recht surreal zu, als ein verwaistes Hospital als Hauptschauplatz dient und Mitglieder einer scheinbar ganz normalen Sippe drei Musikerinnen auf Durchreise beherbergen. Sie alle teilen grausame Schicksale, wahr gewordene Alpträume und einige Geheimnisse. Manche sind zwar eher offensichtlich, doch schwach ist keine der Geschichten.
Das liegt einerseits am durchweg sauberen Handwerk und den solide performenden Mimen, jedoch primär daran, dass die Geschichten wie aus einem Guss wirken, obgleich thematische Schwerpunkte unterschiedlich gewichtet sind: Zwischen Paranormalem, sehr schwarzem Humor, ein wenig Action und vereinzelten Science Fiction Elementen wird es zu keiner Zeit langweilig und obgleich ein, zwei Pointen etwas dürftig ausfallen, konzentriert sich das Geschehen stets aufs Wesentliche, wodurch zu keiner Zeit Leerlauf entsteht.
Die handgemachten Effekte bieten derweil passablen Stoff für Gorehounds, besonders die dritte Episode wartet mit einigen brachialen Einlagen auf und treibt Zynikern ein feistes Lächeln in die Mundwinkel. Die wenigen CGI außerhalb der Gewalteffekte gehen in Ordnung, die Kamera lässt keinen Makel erkennen und der Score punktet mit einigen eingängigen Melodien, welche die teils intensive Grundstimmung noch intensivieren.
Freunde von Episodenfilmen dürfen ergo einen Blick riskieren und erhalten einen in sich schlüssigen, gekonnt miteinander verwobenen Erzählkreis mit skurrilen, garstigen, fantasievollen und schwarzhumorigen Einfällen.
Blutig, stimmungsvoll und absolut kurzweilig.
7,5 von 10