Seit einiger Zeit bereiten dem Schafszüchter Adam Wilson (Jack Campbell) und seiner Frau Carla (Anna Lise Phillips), einer Veterinärmedizinerin vermehrte Schafsrisse auf ihrer Farm im australischen Outback Kopfzerbrechen - in den weitläufigen Wäldern scheinen Rudel verwilderter Hunde zu hausen, die sich unbemerkt des Nachts ihre Beute holen. Einige aufgestellte Fallen bringen keinen Erfolg - für das Ehepaar Wilson mit ihren beiden Kindern Sophie und Henry ein ernstes Problem, schmälern die gerissenen Schafe doch das ohnehin karge Familieneinkommen, das durch einige Bankschulden zusätzlich belastet ist.
Als eines Nachts der Strom ausfällt und die ganze Familie wach ist, um den Notstrom-Generator anzuwerfen, kommt die titelgebende Meute bis zum Haus, deren Bewohner sich nur knapp der ersten Angriffswelle erwehren können. Ab diesem Moment geht es für die Wilsons nur noch ums nackte Überleben - werden sie diese Nacht überstehen?
Mit seiner sattsam bekannten Thematik einer Home Invasion wilder Kreaturen vermag der australische Tierhorror-streifen The Pack - die Meute schonmal kaum zu punkten, mit seinen allenfalls beliebigen Darstellern erst recht nicht. Und da es auch keinen Plot Twist in der schnörkellos erzählten Geschichte gibt, die weniger mit dem gleichnamigen 1977er Streifen als vielmehr mit dem 2011er The Grey vergleichbar ist (ohne freilich auch nur ansatzweise dessen Klasse zu erreichen), bleibt nur das stimmige Setting und die gelungene düstere Atmosphäre vor der draußen im Dunklen lauernden Gefahr als Pluspunkt hervorzuheben. Das reicht für den geneigten Genrefreund zwar für mittelprächtige Unterhaltungswerte, vermag sich jedoch mit keiner einzigen Szene dauerhaft ins Gedächtnis zu brennen.
Neben dem eher schleppenden Beginn (es dauert volle 40 Minuten, also fast den halben Film, bis die Meute die Farm der Wilsons angreift) gesellen sich einige wenige Subplots hinzu, die nicht weiter verfolgt werden und letztendlich nur als Füller dienen: die rebellische Tochter, die kurz vor ihrem 18. Geburtstag steht und nichts lieber möchte, als diese Einöde zu verlassen oder auch der überaus schmierige Banker, der die Familie mitleidslos und bildreich ("Schlinge") über ihre finanzielle Schieflage aufklärt und dann erwartbarerweise am Heimweg von den schwarzen Bestien gleich verfrühstückt wird.
Die Monster selbst sind zwar erfreulicherweise ohne CGIs inszeniert, doch macht das jeden Angriff begleitende, mit lautem Geschrei untermalte Schnittgewitter auch nicht wirklich Spaß, zumal man - wie so oft in solch einem Fall - kaum etwas klar erkennen kann. Wenn sie wie in manchen Szenen im Hintergrund auftauchen und dabei viel (wirklich: viel) zu schnell vorbeihuschen, kann man schon davon ausgehen, daß die nichtsahnende Person im Vordergrund gleich angegriffen wird: Spannung kommt bei dieser Art der Inszenierung allerdings keine auf, auch verhalten sich die Pelzträger bezüglich ihres unterstellten Killerinstinkts auch nicht sonderlich logisch, und wenn weiße Augenpaare in finsterer Nacht wie LED-Lampen leuchten oder der erste Wolf im Haus erst einmal auf einer Puppe herumkaut, kann man das Ganze ohnehin nicht wirklich ernst nehmen.
Dazu kommen durchweg hölzerne Dialoge ("Kann man den Truck noch fahren?" - "Nein, beide Autos sind kaputt" wie Papa Adam von der entfernten Scheune aus diagnostiziert, oder "Wir können nicht hierbleiben, sie kommen rein", wie Mama Carla bei einem kurzem Blick nachts durch die Gardinen treffsicher feststellt) und im Fall von Papa Adam auch noch eine besonders schwache Synchronisation.
Fazit: Ein im Stil der 80er Jahre inszenierter Film, der trotz einiger Jump Scares nie recht vom Fleck kommt - The Pack - die Meute ist zwar kein totaler Reinfall, doch kann man sich den Streifen auch getrost sparen. 4 Punkte.