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POD? Gemeint ist offenbar nicht die Nu-Metal-Band und auch nicht die Abkürzung für „Proof of Delivery“. Was allerdings genau dahinter steckt, wird bis zuletzt nicht exakt beantwortet. Und eben jene Andeutungen lassen das kammerspielartige Gruselstück zuweilen recht spannend erscheinen.

Ed und seine Schwester Lyla sorgen sich um ihren Bruder Martin, der seit einiger Zeit an Schizophrenie leidet. In der Hütte am Waldrand angekommen, erzählt Martin von einer Art Monster im Keller, welches ihn seit der Militärzeit verfolgt habe. Kurz darauf tönen merkwürdige Geräusche aus dem Keller…

Geschickt spielt Autor und Regisseur Mickey Keating mit der Erwartungshaltung des Betrachters, der zunächst einem Overkill an wirren Informationen seitens Martin ausgesetzt ist. Den Typen mit Bart und merkwürdiger Frisur erleben wir bereits in der Exposition im verschneiten Wald, als er nach seinem Hund ruft, eine blutige Spur sichtet und kurz darauf sein Gewehr zückt. Schizophrenie oder ein paranormales Ding, Wahnvorstellungen oder eine Verschwörung?

Der überwiegende Teil des Geschehens findet in der maroden, teils recht düsteren Hütte statt, nur wenig in der näheren Umgebung. Die Handlung ist im Wesentlichen auf drei Figuren begrenzt, wobei die Mimen mit ihren recht soliden Leistungen deutlich zur bedrückenden Stimmung beitragen, obgleich Martin merklich neben der Spur ist und das wirre Gefasel auf Dauer ein wenig anstrengt. Derweil arbeiten Kamera und Schnitt mindestens zweckdienlich, die Soundabmischung ist meist recht effektiv, nur der Score hält sich ein wenig zu sehr im Hintergrund.

Im Bereich der Gewaltdarstellungen ist nicht viel Detailliertes auszumachen, denn ein Kehlenschnitt, ein paar Kratzer, blutige Einschüsse und derbe Schläge mit einem Gewehrkolben werden eher oberflächlich abgehandelt, wobei die Maske recht ordentlich ausfällt, obgleich sich die Spezialeffekte der düsteren Grundstimmung unterordnen.

So ist Keating mit vergleichsweise wenig Aufwand ein gelungener, mit 76 Minuten Laufzeit recht konzentriert erzählter Psycho-Thriller gelungen, der mit wenigen Mitteln und viel Suggestion Suspense erzeugt. Das gelungene Schauspiel und die überwiegend durchdachte Herangehensweise sind neben dem konsequenten letzten Drittel auf der Habenseite zu verbuchen. Mehr ist aus einer so simplen Prämisse mit einer im Kern eher schlichten Handlung kaum herauszuholen.
Knapp
7von 10

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