"The Best of Sex and Violence". Welchem Fan deftiger Exploitation läuft bei Nennung dieser Worte nicht automatisch das Wasser im Munde zusammen? Das dachten sich wohl auch das Produzentenduo Charles Band und Michael Catalano sowie deren Regisseur Ken Dixon (Slave Girls from Beyond Infinity) und schnippelten auf die Schnelle eine Trailer-Compilation zusammen, welche sie mit trockenen Kommentaren von "Host" John Carradine (Shock Waves) garnierten. Das kurzweilige Ergebnis brachten sie erst unter dem Titel Screams of Flesh and Blood in einige (Grindhouse-)Kinos und anschließend als The Best of Sex and Violence auf Video heraus.
Man muß den Machern zugutehalten, daß solche Zusammenstellungen damals noch nicht so en vogue waren wie heutzutage, und daß sie sich bemüht haben, dem Ganzen mit der Moderation von John Carradine (05.02.1906 – 27.11.1988), der Einfügung einer selbstgedrehten Szene sowie der Einteilung in Themengebiete eine Art filmischen Anstrich zu geben. Ein weiterer Pluspunkt ist die Auswahl der inkludierten Trailer. Zwar wird hin und wieder fröhlich Themaverfehlung betrieben (was z. B. The Doberman Gang oder Beyond Atlantis mit Sex & Gewalt zu tun haben sollen, ist mir schleierhaft), aber da sind einige Trailer zu Filmen mit dabei, von deren Existenz ich bislang nicht einmal etwas wußte. Den vielversprechenden Auftakt bestreitet Bury Me An Angel, und dieser Trailer ist so geil, daß ich den Streifen gleich mal auf meine Must-See-Liste gesetzt habe. Es folgt eine gesunde Mischung aus Bekanntem (The Boogeyman, Day of the Woman aka I Spit On Your Grave oder Fulcis Zombi 2) und Unbekanntem (Tunnel Vision, The Single Girls oder The Manhandlers), bis uns am Ende die volle Dröhnung Rudy Ray Moore vor den Latz geknallt wird. Die Kommentare von John Carradine sind immer auf den jeweiligen Film bezogen und recht amüsant, wobei der damals Fünfundsiebzigjährige seine Texte durchaus engagiert darbietet. Gegen Ende statten noch David und Keith ihrem Herrn Papa einen kurzen Überraschungsbesuch ab, und dann ist der Spaß auch schon wieder vorbei. Inwieweit die enthaltenen Trailer dem sensationsheischenden Titel The Best of Sex and Violence gerecht werden, darüber darf man gerne diskutieren. Ich finde die Zusammenstellung jedoch insofern gelungen, da hier launige Trailer zu ziemlich seltenen und nahezu unbekannten Exploitation-Movies inkludiert sind. Und das war damals, als das Internet noch eine vage Zukunftsvision war, schon eine feine Sache.
Zum Abschluß noch eine Übersicht über die enthaltenen Trailer. Bury Me an Angel (1972), The Doberman Gang (Dobermann Gang, 1972), Tunnel Vision (1976), El Pecado de Adán y Eva (The Sin of Adam and Eve, 1969), Alice in Wonderland: An X-Rated Musical Fantasy (1976), Cinderella (Die tolle Geschichte der C., 1977), Fairy Tales (1978), Emanuelle - Perché violenza alle donne? (Emanuela - Alle Lüste dieser Welt, 1977), Tanya's Island (1980), Day of the Woman (Ich spuck auf dein Grab, 1978), Tourist Trap (1979), The Boogeyman (The Boogey Man, 1980), Zombi 2 (Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies, 1979), The Single Girls (1974), The Working Girls (1974), The Manhandlers (1974), Dr. Minx (1975), Truck Stop Women (Truck Stop, 1974), The Twilight People (1972), Beyond Atlantis (1973), Il Plenilunio delle vergini (Full Moon of the Virgins, 1973), Sweet Sugar (1972), Terminal Island (Männer wie Tiger, 1973), She Devils in Chains (Die Todesengel, 1976), Dr. Black, Mr. Hyde (Das Monster von London, 1976), Dolemite (1975), The Human Tornado (Der Bastard, 1976) und Disco Godfather (Helden der Nacht, 1979).