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Eigentlich wäre Barbie mittlerweile eine runzelige alte Schachtel, doch dann wäre sie wohl kaum eine der meistverkauften Puppen der Welt. Als Kontrast zur makellosen Blonden begründete dieselbe Firma 2010 ein Franchise mit Figuren, die populären Vorbildern wie Dracula, Frankenstein, Mumien, Werwölfen und Zombies nachempfunden wurden, was einige Zeichentrickfilme mit sich brachte. Mit "Monster High - Buh York, Buh York" ist das erste Dutzend bereits voll.

Die Mädels der Monster High finden sich in Buh York ein, wo es am Abend der Rückkehr des Kometen eine riesige Feier geben soll. Zu diesem Zweck will sich die Dynastie der De Niles endlich um eine geeignete Dame für ihren Sohn Seth kümmern, doch dieser hat so rein gar keine Lust auf das triste Pharaonendasein...

Natürlich ist die eigentliche Zielgruppe der Mädchen im Grundschulalter klar definiert, da es um trendige Figuren, ebenso hippe Musik, Style, soziale Zugehörigkeiten und die üblichen Themen wie Freundschaft, Intrigen, Liebe und Zusammenhalt geht.
Die Figuren sollte man wahrscheinlich seit dem Erstling kennen, da die Konstellation einiger Gruppierungen etwas oberflächlich abgewickelt wird und etwaige Bestrebungen und Ziele erst nach einer Weile deutlicher werden.

Ebenso kristallisiert sich rasch die musikalische Gewichtung heraus, da es sich um ein kleines Musical im Zeichentrickformat handelt. Bereits nach wenigen Minuten erklingt der erste Song und es wird nachfolgend häufig performt und gesungen, wobei die deutschen Stimmen durchaus erträglich sind und die Texte zumindest nur vereinzelt ein wenig peinlich anmuten.
Kompositorisch ist gewiss kein Meisterwerk auszumachen, doch die eingängigen Liedchen mit zeitgenössischen Stimmeffekten, Rap-Einlagen und entsprechenden Tanzschritten dürfte das anberaumte Klientel gut bei Laune halten.

Aufgrund der musikalischen Einlagen gerät die eigentliche Erzählung immer wieder ins Stocken, auch wenn diese nur wenige, kaum anspruchsvolle Themen einbindet. Auf der einen Seite versucht Sängerin Catty ihre musikalische Seele zu entdecken, auf der anderen soll Seth unter Aufsicht der gestrengen Eltern endlich standesgemäß verheiratet werden, während der Komet zwar rasend schnell auf die Stadt zurast, jedoch nie als drohende Gefahr für Leib und Leben dargestellt wird. Auch eine groß angelegte Intrige verläuft nicht sonderlich dramatisch, denn spätestens gegen Ende haben sich sowieso wieder alle lieb.

Animationstechnisch geht es zwar reichlich bunt vonstatten und die Haare der Figuren leuchten in ungewöhnlich schillernden Farben, doch detailgetreue Ausarbeitungen in Sachen Background, Gimmicks oder gar aufwendige Action bleiben demgegenüber außen vor.
Somit verlaufen die knapp 70 Minuten wie eine etwas längere Ausgabe einer mädchengerechten Mangaserie, - flott, soundtechnisch solide umgesetzt und durchweg gut gelaunt, doch außerhalb des anvisierten Publikums fällt der Spaß merklich zu harmlos und oberflächlich aus.
4 von 10

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