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Jess Carlin, ein ehemaliger Gesetzeshüter und jetzt steckbrieflich gesucht, kehrt nach Jahren im Exil in Mexiko zurück, nachdem sein Bruder erschossen wurde. In dem von Luke Starr dominierten Städtchen Rimrock legt er sich mit dessen Schergen an.


Der Mann aus Texas ist klassischer Westernstoff und gehört zu den letzten Werken von Audie Murphy. Dass es sich um eine spanisch‑amerikanische Koproduktion handelt, merkt man dem Film deutlich an, denn schon der Klang der Schüsse, die Drehorte (in Spanien) und die Beteiligung von Aldo Sambrell verdeutlichen den europäischen Einschlag.

Die Handlung folgt bewährten Pfaden: ein Gunslinger, ein toter Angehöriger, ein skrupelloser Gegenspieler mit diversen Helfern und der unbändige Wunsch nach Rache. Die Story ist geradlinig und ohne große Überraschungen, funktioniert aber, da sie trotz zahlreicher Dialogpassagen stetig vorangetrieben wird. Die klare Motivation Carlins wird nie außer Acht gelassen, wird sogar bei einer kleinen Liebelei relevant.

Audie Murphys Carlin ist glaubwürdig und überzeugt durch konsequentes Handeln, auch wenn er wenig komplex gezeichnet ist. Murphy holt aber das Beste aus seinem sympathischen Helden heraus und trägt den Film mit Leichtigkeit allein durch seine Präsenz. Broderick Crawford agiert als schmieriger Gegenspieler eindimensional, aber für seine Rolle als Antagonist zweckdienlich.

Handwerklich ist Der Mann aus Texas schlicht ein solider Western. Die Kamera fängt stimmungsvolle, staubige Bilder ein und der Score ist klasse, kann aber die Spaghetti-Western-Herkunft auch nicht verleugnen. Regisseur Lesley Selander, inszeniert die Schießereien routiniert, ohne große stilistische Experimente, aber mit einem sicheren Gespür für Timing. Die Produktion wirkt durchgängig professionell und hochwertig.


Typischer klassischer Western mit einfachem, zugänglichen Plot, überzeugender Hauptfigur und routiniertem Handwerk. Er bietet keine großen Überraschungen, aber solide Unterhaltung für Genre-Fans.



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