Inhalt:
Der "Wandering swordsman" (David Chiang) ist ein raffinierter Gauner und agiler Schwertkämpfer, der gerne Dieben ihr gestohlenes Gold abnimmt, um es in Manier Robin Hoods der armen Bevölkerung auszuhändigen.
Dies geschieht alsbald wieder, als die "Flying robbers" Gold aus der Shum-Residenz entwenden, und der "Wandering swordsman" mal wieder auf dem Robin Hood-Trip ist.
Nunmehr hat der "Wandering swordsman" selber kein Geld mehr, und muss im Wirtshaus seine beiden Schwerter an den "Iron King" (Chen Hsing) veräußern.
Er will die Schwerter wiederbeschaffen, und wird währenddessen Zeuge wie die schöne Siao Ning Ji (Lily Li) vom Verbrecher Jin Li Loi (Wang Kwang Yu) bedrängt wird.
Der "Wandering swordsman" rettet der jungen Dame das Leben, doch die Wege der beiden trennen sich wieder.
Sein weiterer Weg führt den "Wandering swordsman" in eine Spielhölle, und hier bessert er seine leere Kasse dadurch auf, als dass er die dortigen Gauner mit präparierten Würfeln übers Ohr haut.
Der Boss der Spielhölle, Huo Jiou (Wu Ma), will das aber nicht auf sich sitzen lassen, sucht den Kampf mit seiner Peitsche..., der "Wandering swordsman" widersteht ihm geradezu spielerisch.
Dies ruft den Boss der ganzen Bande, der auch die Spielhöllen-Gang angehört, Kung Wu (Chang Pei Shan aka Cheung Pooi-San), auf den Plan.
Der will den ganz großen Coup landen, und einen groß angelegten Raub inszenieren und engagiert hierzu den "Wandering swordsman". Dieser sagt zu, natürlich voller Hintergedanken.
Der Raubzug geht gegen den "Unicorn"-Clan (u.a. Tung Li und Bolo Yeung), und alsbald halten auch Siao Ning Ji und ihr Bruder (Cheng Lui) den "Wandering swordsman" für das eigentliche Oberhaupt der Bande.
Doch der "Wandering swordsman" treibt sein eigenes Spiel mit Kung Wu und dessen Bande, ein mörderischer Kampf auf Leben und Tod entbrennt.......
Fazit:
"The wandering swordsman" ist ein Film, der mir -zumal wenn ich das für einen Eastern relativ frühe Baujahr 1970 heranziehe- persönlich relativ gut gefiel. Denn man muss, und dies ist dem Baujahr des Streifens geschuldet, letztendlich ein paar Abstriche machen.
Natürlich ist die Action nicht mit dem Drive angereichert, den Kult-Regisseur Chang Cheh in späteren Werken seiner 70er-Schaffensperiode so virtuos entfachen konnte.
Im Jahre 1970 war das Hongkong-Kino noch von den nur kurz darauf so erfolgreichen KungFu-Streifen entfernt. Swordplay hieß in jener endenden Phase immer noch das Zauberwort, und dies bietet dieser Streifen denn auch dem geneigten Eastern-Fan.
Diese ist zwar hier noch leicht hölzern in der Choreographie, aber doch letztendlich agil und äußerst blutig dargeboten. "Heroic bloodshed", schon in jener Phase des Wirkens Chang Cheh´s ein von ihm inbrünstig zelebriertes Stilmittel.
Dies wird während der Fights deutlich und hat seinen Höhepunkt, als es für einen der Protagonisten gilt, ein Schwert eigenhändig aus seinem Rücken zu ziehen, welches aber auch schon vorne seine Brust durchbohrt hat.
Chang Cheh, und das ist natürlich typisch für ihn, erspart hier mal wieder dem Zuschauer äußerst wenig. Wozu auch? Hier geht´s um Martial Arts und Action ala Shaw Brothers, für die dieser Eastern entstand, da ist man nicht zimperlich, und Chang Cheh eben schon früh in seiner Liebe zum "Heroic bloodshed" schon mal gar nicht.
Die blutigen Schwertkämpfe sind die Hauptsache in diesem Streifen. Schlag-Block-KungFu-Duelle fehlen hier gänzlich, doch lockern einzelne Tritt-Techniken die Sache auf, genauso wie ein Kampf mit einer Kette und einem dreiteiligen Nunchaku (hier tut sich Chen Hsing hervor). Als störend -aber für einen Film der frühen Eastern-Gattung eben unvermeidlich- empfand ich die Flugeinlagen David Chiangs.
Das Manko des Films "The wandering swordsman" liegt für den heutigen Betrachter in seiner zähflüssigen Erzählweise. Viele Personen tauchen auf..., verschwinden wieder, der Handlungsbogen wirkt nicht stringent. Das ganze erinnerte mich nicht nur von daher an "Have sword, will travel" ("Die Todespagode des gelben Tigers", siehe mein Review auf dieser website), den Chang Cheh ein Jahr zuvor ebenfalls mit David Chiang und dessen Dauerpartner Ti Lung in Szene setzte.
Auch hier kulminierte alles in einem letztendlich den Film rettenden, rasanten Show-Down, jedoch war der Weg dorthin auch mit langatmigen Passagen verbunden.
So auch hier in "The wandering swordsman". Auch Teile der Musik sind aus "Have sword, will travel" entnommen, und das Set-Up erinnerte ebenso an diesen Streifen des "Iron triangle".
Im selben Jahr wie "The wandering swordsman" drehte Chang Cheh auch den Film "King eagle" (siehe mein Review auf dieser website), hier hat Ti Lung die alleinige Hauptrolle inne. Dieser Eastern ist von den jetzt 3 genannten sich ähnelnden meiner Meinung nach der Beste..., da hier alles von Chang Cheh zackiger umgesetzt wurde. Doch sind die Parallelen im Set-Up und auch teilweise in der Machart letztendlich unverkennbar.
So ist denn "The wandering swordsman" ein so ganz typischer Shaw-Streifen für jene Epoche des Studios. Kurz vor Schluss wird dies total deutlich, als David Chiang in einer Rückblende in Zeitlupe reitet und hier dieselbe Musik eingespielt wird, wie im Vorspann zu "The heroic ones" ("Die 13 Söhne des gelben Drachen"), ebenfalls in 1970 gedreht. Chang Cheh war eben auch ein effizienter Regisseur, der erfolgreiche Elemente mehrfach einzusetzen wusste.
David Chiang agiert in der Hauptrolle und diese ist ihm auf den Leib geschneidert. Er ist in seinem Element, wenn es gilt, einen verschmitzt-lächelnden Helden mit gerissener Schläue, der den Gaunern nimmt und dem Volk gibt, zu verkörpern.
Dann kommt wieder David´s Klinsi-Grinsen, das gibt seiner Rolle etwas david-typisches und macht ihn sympathisch.
Lily Li..., nun, bei Chang Cheh ist es bekanntlich so, dass Frauen-Rollen letztendlich einförmig sind, so auch hier. Sie weint viel, kämpft dafür seltener und bleibt letztendlich ohne Esprit.
Anders hingegen die Villains, und davon gibt es in diesem Schwert-Eastern ja jede Menge. Chang Pei Shan, Wang Kwang Yu, Chen Hsing und vor allem Wu Ma geben hier eine schöne Räuber-Bande ab. Chang Pei Shan ragt hier als gieriger Bösewicht heraus, aber alle in einer Reihe wie in einer kurzen Szene zu sehen, ergeben ein ganz schön fieses, mieses Schurken-Kabinett vor´m Herrn, heijeh.
Ich gebe dem Streifen "The wandering swordsman", einem letztendlich noch unterhaltenden Streifen des Eastern-Genres mit einer gewissen Nostalgie-Note, noch solide 6/10 Punkte.
Ein älterer Swordplay-Eastern ala Shaw Brothers halt....