Die Zeiten von „Top Gun“ sind vorbei, - keine heldenhaften Piloten, die waghalsige Flugmanöver über feindliche Gebiete ansteuern, sondern Typen am Computer lenken Drohnen, die quasi ferngesteuert töten. Der Dokumentarfilm der Norwegerin Tonje Hessen Schei ist durchaus informativ, lässt jedoch nicht allzu viele verschiedene Meinungen zu Wort kommen.
Im Fokus stehen die ehemaligen Piloten der Air Force Brandon Bryant und Michael Haas.
Sie berichten über ihre ersten Einsätze, wobei die Kamera häufig die Sicht der Piloten einnimmt, wonach auf dem Monitor nicht mehr als Silhouetten wahrnehmbar sind. Gesichter sind nie deutlich zu sehen, was eine entsprechende Identifikation unmöglich macht und Unsicherheiten ins Spiel bringt.
Während ferner Juristen, Autoren und Menschenrechtler zu Wort kommen und Ingenieure und Politiker ihren Senf beitragen, wird treffend auf den Punkt gebracht, dass es einmal mehr um das liebe Geld geht, denn außer den Opfern profitieren alle von den Drohneneinsätzen.
Natürlich nennen weder CIA noch die US-Regierung die Zahlen getöteter Zivilisten, doch diese sind eklatant. Seit 2004 sind allein in Pakistan rund 200 Kinder ums Leben gekommen, was definitiv nicht in Relation mit einer Handvoll ausgeschalteter Terroristen steht.
Dennoch sind Vorteile von Drohneneinsätzen auszumachen. Sie sind weniger riskant, vergleichsweise günstig in der Produktion und mittlerweile recht präzise arbeitend. Allerdings überwiegen die Defizite deutlich, denn die Piloten leiden sichtlich unter posttraumatischen Belastungsstörungen und auch die pakistanische Bevölkerung lebt im Dauerzustand der Angst, sobald das Surren der Drohnen hörbar wird. Hinzu kommt, dass nicht nur die USA diese neue Technik der Kriegsführung beherrscht, denn knapp 90 weitere Staaten experimentieren nicht erst seit gestern.
Es ist durchaus kritisch, was die Dokumentation zutage fördert und es stimmt nachdenklich, wie die Zukunft dieser Einsatztechnik aussehen könnte. Musikalisch großartig untermalt, findet die Berichterstattung immer ein gesundes Maß an rationalen und emotionalen Aussagen, allerdings hätte man etwas detaillierter auf technische Details eingehen können, während das Blabla einiger Politiker erwartungsgemäß wenig beiträgt.
Interessanter Stoff, der weniger spannend denn informativ verpackt ist.
6,5 von 10