Die populärste Kreuzung aus Mensch und Tier dürfte der Werwolf sein, doch in jüngerer Zeit gibt es auch Tendenzen zu eher unwahrscheinlichen Mutationen wie mit Tausendfüßler oder Walross. Da man ein Kaninchen mit einem putzigen Plüschtier assoziiert, musste das titelgebende Killerding hinzugefügt werden, was folgerichtig nur eingefleischte Trashfans ansprechen dürfte.
Eine Gruppe von jungen Leuten um Sara will ein feuchtfröhliches Wochenende in einer Waldhütte verbringen. Auf dem Weg dorthin gabeln sie drei dubiose Typen auf, die aufgrund einer Autopanne in der verschneiten Walachei auf Hilfe warten. Während die Feier im vollen Gang ist, nähert sich eine zweibeinige Bedrohung mit Fell, welches von weiblichen Geschlechtsteilen angelockt wird…
Zuweilen kommen die Skandinavier mit herrlich skurrilen Einfällen daher, wie unlängst Filme wie „Trollhunter“ oder „Dead Snow“ bewiesen. Der finnische Beitrag vom jungen Regisseur Joonas Makkonen, der nach 24 Kurzfilmen seinen ersten abendfüllenden Streifen hinlegt, offenbart eine taugliche Prämisse, die viel zu spät Fahrt aufnimmt.
Die Handlung folgt im Grunde Mustern des handelsüblichen Slashers, denn jungen Leuten in einer einsam gelegenen Waldhütte bleibt nur in Ausnahmefällen ein gewaltsames Ableben erspart.
Leider verplempert die Erzählung zuviel Zeit mit dem Finden einzelner Paare, dem Running Gag mit einem stets masturbierendem Jüngelchen und den Saufeskapaden von Mr. White und Mr. Black, eigentlich nur eine Finne und ein Dunkelhäutiger. Viele Szenen muten arg pubertär an, Knutschen direkt nach dem Erbrechen überm Klo kommt genauso albern daher wie der titelgebende Killer, bei dem es tatsächlich nur für ein viel zu weites Hasenkostüm mit Gummipenis gereicht hat.
Diesbezüglich verstand die FSK offensichtlich auch keinen Spaß, denn sie erleichterten das Treiben um satte vier Minuten, so dass am Ende Teile der Handlung nur schwer nachzuvollziehen sind, Figuren plötzlich verschwinden und andere auf einmal mit Verletzungen herumlaufen. Dabei sind zwei zerschossene Köpfe, ein abgetrennter Schniedel, eine Möhre im Auge und eine Dose im Hals sind nicht wirklich drastisch in Szene gesetzt, obgleich die Effekte ohne CGI auskommen.
Der Mangel an Temposzenen und spannenden Einlagen durchzieht die teils träge Handlung, bis nach einer Stunde endlich ein wenig aufs Gas gedrückt wird und zwei Szenen nach dem eigentlichen Finale noch ein wenig schmunzeln lassen.
Darstellerisch ist das okay, handwerklich ebenfalls und auch die musikalische Untermalung ist einigermaßen stimmig. Leider überwiegen insgesamt lahme Spielchen unterhalb der Gürtellinie und obwohl der Streifen im weitesten Sinne schwanzgesteuert ist, hätte die taugliche Grundidee weitaus mehr als leidlich unterhaltsame Albernheiten hergegeben.
5 von 10