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Die fünf Geocacher Lamb , Wolf , Turtle , Griffin und Sable fahren in die Wüste um den Schatz des legendären und verschollenen Unternehmers (?) Foster zu finden . Durch einen Tunnel gelangen sie in ein Tal , in dem sie den Schatz vermuten . Doch dort lauert etwas anderes . Durch Atomtests in den 1950er Jahren sind dort Schweine / Mensch Mutationen entstanden und diese gieren natürlich nach dem Fleisch ihrer Vorfahren ...

Hat man erst einmal die ( recht lange ) Einführung der Figuren und die Fahrt in die Wüste hinter sich gebracht , entpuppt sich "Wild Boar" schnell als eine Mischung aus " The Hills have eyes " und " Wrong Turn " . Hier wie da geht es in einer Wüstengegend um den Kampf Zivilisation gegen Mutation - nur , dass es sich dieses mal um Schweine / Mensch Mutationen handelt . Das ist nun schon mal ganz originell und auch die Masken und die Atmosphäre , nachdem man in das Tal der Schweine gekommen ist , ist ansprechend gestaltet . Mt Schlammvulkanen und vollgemüllten Hütten wie nach der Apokalypse , wähnt man sich schon fast auf einem anderen Planeten - dem " Planet der Schweine " .

Doch leider fällt der Rest des Films weitaus ernüchternder aus . Nachdem man nämlich gefangen genommen wurde und wieder fliehen kann , wird diese Flucht nicht konsequent genug ausgespielt . Jene ist einfach nicht sehr spannend in Szene gesetzt und man versteht teilweise gar nicht wer sich gerade an welchem Platz befindet ( so überholt ein Verfolger eine Überlebende wie durch Zauberhand , obwohl sie eigentlich Kilometer weit vor ihm sein müsste ) . Da heftet sich auch nicht etwa gleich eine grunzende Gruppe bewaffneter Eber direkt an die Fersen der zwei Frauen um diese Zeuginnen zu beseitigen , sondern erst verfolgt nur eine einzige Sau ( kein Witz - man weiß , dass es eine Sau ist ) die beiden und scheint ihnen auf einmal freundlich gesonnen zu sein . Danach müssen sich die beiden Frauen erst einmal einen Feind schaffen , indem sie bei ihm einbrechen , damit sie überhaupt jemand ernsthaft verfolgt . Hätten die zwei sich den Einbruch gespart , hätten sie wohl einfach so aus dem Tal hinaus spazieren können .

Zudem sind die Figuren nicht gerade geschaffen um zum Mitfiebern einzuladen , denn sie sind vielleicht nicht  direkt unsympathisch , aber zumindest irgendwie seltsam . So ist Lamb mit dem 26 Jahre älterem Mann Wolf zusammen , mit dem es scheinbar Eheprobleme gibt . Dazu kommen noch Wolfs´Bruder Turtle , sowie das Paar Griffin und Sable , bei dem gerade die Frau auch recht eigenwillig gezeichnet wurde . Es ist ja durchaus erfrischend mal andere Figuren als fünf paarungswillige Jugendliche auf dem Weg zu einem Rave zu erleben , doch diese Gruppe passt mehr zu einem Ehedrama , statt in einen Horror Survival Film  - zumal solche Sachen wie die Eheprobleme von Lamb und Wolf später nicht mehr die geringste Rolle spielen werden . Selbst , dass diese Leute sich fürs geocaching interessieren , kann ich ihnen irgendwie nicht abnehmen .
( Übrigens ist es merkwürdig , aber fast alle Menschen tragen hier - teils unpassend aufgesetzt wirkende - Namen von Tieren oder Phantasietieren und die Schweine Bezeichnungen wie " The Hunter " und " The Butcher " , was wohl zeigen soll , dass es im Tal der Schweine eine Umkehrung der " realen Verhältnisse der Erde " gibt  . )


Fazit : "Wild Boar" ist - leider - wieder einmal einer jener Filme , die für ihr Budget richtig gut aussehen , bei denen man aber sagen muss , dass man sie mit nur ein paar Änderungen in der Geschichte hätte viel besser machen können . Tolle Masken und brauchbare Atmosphäre treffen auf unpassende Charaktere und auf eine nicht konsequent auf Spannung geschriebene Flucht . " Wild Boar" ist nicht das fetteste Stück vom Schinken , doch wenn man wirklich auf " The hills have eyes " und Konsorten steht , ist es mal ein Happen für Zwischendurch ...

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