Die Grundidee ist so schlicht wie genial, denn ähnlich wie bei Schiffbrüchigen auf einem winzigen Eiland, umgeben von einer oder mehreren Bedrohungen, gibt es kaum einen Ausweg. Hier ist es der Strand selbst, also jedes einzelne Sandkorn, welches binnen weniger Sekunden den Tod bringen kann.
Eine Gruppe Zwanzigjähriger feiert am Strand eine ausgelassene Party, doch am darauf folgenden Morgen das böse Erwachen: Die meisten ihrer Freunde sind verschwunden und als jemand mit den Füßen den Sand berührt, wird er augenblicklich hineingezogen.
So müssen Kaylee und ihre Freunde versuchen, das gefährdete Areal zu sondieren und Hütte, Auto und Abfalltonne verlassen, ohne dabei den Sand zu berühren…
Glücklicherweise benötigt die Exposition in Form der Party nicht allzu lange. Während dieser wird eine glibberige Kugel aus dem Wasser gefischt, was offenbar den Ursprung darstellen soll, doch genauere Hintergründe werden zu keiner Zeit geliefert, was möglicherweise einige Peinlichkeiten ausspart. Stattdessen konzentriert sich das Geschehen auf die nahezu ausweglose Situation der jungen Menschen am nächsten Morgen. Es benötigt natürlich zwei Opfer, damit die übrigen kapieren, wie tödlich ein Kontakt mit dem Sand um sie herum ist.
Figurenzeichnungen fallen zwar flach, das Acting liegt deutlich unter Mittelmaß, doch dafür kaschiert die gelungene Synchro ausnahmsweise einige Schwachstellen.
Die Ausgangslage schürt indes Suspense, obgleich die Kamera zuweilen ungünstig positioniert ist und schwache Perspektiven liefert, wodurch diverse Distanzen nicht ersichtlich werden: Wie weit sind die einzelnen Inseln voneinander entfernt? Wie nah befindet sich das Auto an der Hütte, wie weit ist die Tonne mit ausgerechnet dem korpulenten Typen drin weg?
Demgegenüber weiß der zurückhaltende Score zu gefallen, der nur dann ein wenig enthusiastischer klingt, sobald sich jemand in Gefahr begibt.
Und dies geschieht glücklicherweise einige Male, denn schließlich knallt die Sonne erbarmungslos (nach durchzechter Nacht trinkt niemand etwas und dehydriert auch nicht), man cremt sich immerhin mit Sonnenmilch ein und versucht umliegende Utensilien sinnvoll einzusetzen, bis ein Strandsheriff erscheint, der die Sache selbstverständlich nicht unter Kontrolle zu bringen weiß.
Der dicke Dunkelhäutige kann einem zwischenzeitlich leid tun, denn der ist zur totalen Passivität verdammt, während die beiden in der Rettungsschwimmerhütte immerhin Schatten finden und sich relativ frei bewegen können. Wie dumm nur, dass sich die Handys im Kofferraum befinden und beim Öffnen desselbigen das Stehen auf der Stoßstange nahezu unmöglich wird, was entsprechend für ein paar spannende Einlagen sorgt.
Wäre es mal um die Effekte auch so gut bestellt.
Diese bestehen komplett aus CGI. Die angedeuteten Bindfäden, welche aus dem Sand nach oben ragen, als würden sie etwaige Kontakte scannen, sehen noch okay aus, doch spätere Tentakeln kommen massiv klobig daher und werfen keine realitätsnahen Schatten. Auch die gar nicht mal so harmlosen Gewalteinlagen sind am Computer entstanden. Es spritzt zwar ordentlich Blut, Gesichter werden aufgefressen, ein Arm abgetrennt und aus Bauchwunden spritzt es, doch die Herkunft der Effekte ist überdeutlich, weshalb die FSK zu einer Freigabe ab 16 tendierte.
„Killer Beach“ beinhaltet nicht einen vermummten Killer oder einen an Land spazierenden Hai, sondern eine Art Kreatur, welche sich dicht unter der Strandoberfläche ausbreitet und bei bloßem Kontakt mit der Haut zulangt. Das schürt definitiv einige spannende als auch unterhaltsame Momente, leidet im Gesamtbild jedoch unter den schwachen Mimen, noch schwächeren Effekten und der oftmals ungünstig positionierten Kamera.
Für 80 kurzweilige Minuten reicht es jedoch allemal.
6 von 10