Review

Ein ganz normaler Tag am Strand


Jahrzehnte vor „Bed of the Dead“ gab es „Death Bed: The Bed That Eats“. Vor „Rubber“ gab es „The Car“. Ok, der Vergleich hinkt. Aber es gab killende Mikrowellen, tödliche Joghurts und aggressive Kaufhausroboter. Und weit vor „The Sand“ gab es eben „Blood Beach“. Was ich damit sagen will?! Dass es die meisten trashigen Horrorideen, egal wie abgedreht sie auf den ersten Blick für die neue Generation wirken mögen, schon nahezu alle einmal gab. Und das sogar oft in ziemlich besseren, kultigen, skurrilen und damals sehr beliebten Filmen. Filme, die man nicht vergessen sollte. Das wollte ich einfach mal loswerden. Und „The Sand“?! Der ist trotz frech hingerotzter Pixeleffekte eine viel spaßigere Angelegenheit, als ich es mir je hätte ausmalen können... In der Low-Budget-Horror-Produktion, die ich gefühlt auch fast mit meinen Freunden hätte drehen können, wachen ein paar partywütige Teenager nach einer nahezu durchzechten Nacht mit Kater am Strand auf. Doch alle anderen Freunde und Leute scheinen wie vom Sandboden verschluckt - und das ist hier mal nicht nur eine Redewendung! 

Mit handgemachten Splattereien und einem weitaus weniger unterwältigenden Finale hätte aus „The Sand“ aka „Killer Beach“ wirklich etwas Tolles werden können. Auch so reicht es noch für eine milde, positive Überraschung, doch hier war definitiv noch mehr drin. Negativ ist neben den unfassbar billigen Effekten vor allem der ultraglatte Videolook und wie gesagt ein Finale, das sich übernimmt und gleichzeitig vollkommen enttäuscht, einfach nicht reicht. Doch ansonsten ist der sandige One-Location-Monster-Movie seine knackige Laufzeit wert. Wenn man denn auf solche cheesigen Cheapies und dummen Realitätsfluchten steht. Die Mädels sind nett anzusehen (jedoch bleibt der Boobie Counter erschreckend stehen) und allgemein benehmen sich die eingekreisten, schwitzenden Halbstarken im Verlauf zeitweise intelligenter, als man hätte erwarten können. Selbst wenn auch da immer wieder ein paar Klopse passieren, bei denen man sich nur noch an den Kopf fassen kann. Aber auch das liegt natürlich in der Natur der Sache. Ich mag es, wie hier meist, selbst in den dümmsten Momenten, eine ernste Miene behalten wird, dass hier eigentlich jeder jederzeit draufgehen kann, dass es wirklich (mehr oder weniger) der Strand selbst ist, der hier hungrig wird und wie Score und Schnitt gekonnt treiben und wirken. So kommt viel öfters der Hauch von Adrenalin und Spannung auf, als man meinen könnte. Gutes Doppel mit dem neueren, ebenfalls höllisch stumpfen „Aquaslash“. 

Fazit: besser und spannender als er jedes Recht hätte. Das macht „The Sand“ zwar noch lange nicht zu einem guten Film, wer aber modernen, glatten Trash a la SyFy oder Asylum mag, der bekommt hier einen Happen, der das Gro solcher „Perlen“ überraschend deutlich hinter sich lässt. Dank Retrocharme, einer benötigten Ernsthaftigkeit, einigen cleveren Fluchtversuchen, sehr saftigen (wenn auch billigsten) CGI-Splattereien und seiner kurzen Laufzeit. SSV-Spaß. 

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