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Im Jahre 2019 hat die Tyrell Corporation eine den Menschen ähnliche Art von Androiden entiwckelt, die sogenannten Replikanten. Äußerlich sind sie kaum von den Menschen zu unterscheiden, jedoch besitzen sie keine Gefühle und ihre Lebensdauer ist auf vier Jahre beschränkt. Ihre Aufgaben bestehen ausschließlich in der Erforschung und Kolonialisierung anderer, möglicherweise gefährlicher Planeten. Sie müssen die Drecksarbeit für die Menschen machen. Die Rückkehr zur Erde ist den Replikanten bei Todesstrafe verboten. Als vier von ihnen fliehen können und illegal auf die Erde zurückkehren, wird Rick Deckard auf sie angesetzt. Er ist ein Blade Runner, Mitglied einer Spezialtruppe der Polizei, die auf die Jagd nach Replikanten spezialisiert ist. Eine verzweifelter Kampf beginnt...

"Blade Runner" ist einer der Klassiker der Science - Fiction - Kinos. Bis heute ist die erdrückende Atmosphäre von Ridley Scotts Verfilmung des Buches Phillip K. Dicks nahezu unerreicht geblieben. Untermalt durch die tolle Musik von Vangelis entfalten die düsteren Bilder einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann.
Gerade, was die Bildkompositionen und die Soundeffekte angeht, weist "Blade Runner" einige Parallelen zu "Alien" auf, der aus der gleichen Schaffensperiode Ridley Scotts stammt. Das Surren im Hintergrund der Szenen, die in Deckards Zimmer spielen, kommt genau so auch in einigen Szenen auf der "Nostromo" in "Alien" vor. Die düstere, kalte Atmosphäre und das geschickte Spiel mit Licht und Schatten finden sich ebenfalls sowohl in dem einen, als auch in dem anderen Film wieder.
Bezeichnend für "Blade Runner" ist die extrem ruhige Inszenierung. Zwar gibt es genug Actionszenen, jedoch setzt Ridley Scott in den Abschnitten dazwischen ganz auf die Wirkung der unglaublichen Bilder. Die Spezialeffekte hätte man bis heute nicht besser inszenieren können. Selten gibt es zudem Filme, die eine in sich derart schlüssige Konstellation der einzelnen Sets und Modelle aufweisen. Hier paßt wirklich jedes noch so kleine Detail zum Gesamteindruck. Alles wirkt aus einem Guß, so daß man Scott die mögliche Zukunft sofort abnimmt. Eine dichtere Atmosphäre dürfte schwer zu erreichen sein.

Harrison Ford kann in der Rolle des Rick Deckard absolut überzeugen. Ebenso positiv fällt die Leistung von Sean Young als Replikantin Rachael auf.
Der Wahnsinn ist jedoch Rutger Hauer, der den Anführer der Replikanten, Roy Batty mit einer Intensität spielt, die ihresgleichen sucht. Leider ist er durch zu viele mittelmäßige Rollen im Laufe der Zeit immer mehr zu einem Darsteller für Videopremieren verkommen. Hier zieht er jedoch im großen Stil alle Register seines Könnens.

Wenn man Kritikpunkte suchen will, so kann man anführen, daß die sehr spezielle Art der Inszenierung vor allem in den ruhigen Szenen nicht jedermanns Sache sein dürfte und auf einige Leute ein wenig langweilig wirken könnte. Wer sich jedoch an ruhigen Momenten nicht stört, der bekommt eine düstere, nahezu erschreckend schlüssige Zukunftsvision geboten, die ihre Wirkung nicht verfehlt.

"Blade Runner" ist absolutes Pflichtprogramm für alle Science - Fiction Fans und Cineasten. Bombastisch!
9/10 Punkte

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