Review

Weist Science-Fiction den Weg

"Blade Runner" gleicht mehr einem Traum als einem normalen Film. Ein Traum von futuristischen Abgründen, schmutzigem Neon-Lichtern und einer Menschlichkeit auf dem Prüfstand. Noch immer kein Werk für die Masse, noch immer kultiges Nischenprogramm. Und doch ein Meilenstein für sein Genre. Voll von ikonischen Bildern, drückender Cyberpunk-Atmosphäre und sphärischen Klängen. Ein moderner Klassiker, der sich keinem Trend beugt, keiner Epoche anpasst und der noch in hundert Jahren nichts von seiner Aktualität und Schönheit verloren haben wird. Es geht um einen Cop im futuristischen L.A., der künstliche Menschen, sogenannte Replikanten, jagen soll...

Hier sieht man Ridley Scott auf seinem Zenit. Nur er konnte sein "Alien" nochmal toppen. Es soll Leute geben, die sich "Blade Runner" hunderte Male angeschaut haben und noch immer jedes Mal etwas Neues entdecken oder sogar fühlen. Glaube ich sofort. Kein anderer Film hat eine solche Sogkraft, eine solche leichtfüßige Schwere. Neo Noir war geboren. Ebenso hunderte andere stilprägende Elemente und Momente. Von der Mode über die Technik bis zum Blick auf das Menschsein. Vom "5. Element" bis "Ghost In The Shell". Ohne Scotts Orionnebel von Film wäre nicht nur die Filmwelt nicht die gleiche. Wenige Filme wachsen so sehr mit und in einem. Gebt ihm (am besten dem Final Cut) mehrere Chancen. Er ist wie ein positiver Tumor auf eurer cinephilen Seele. 

Fazit: das künstlerisch wegweisendste Sci-Fi-Epos der letzten 50 Jahre. Ein absolutes Meisterwerk, das die Zeit überdauert, mit unendlicher Lebensspanne. Ein Diamant zwischen Neon, Dreck und Philosophie. Zu gut um wahr zu sein!

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