Vor über 30 Jahren sah ich den Film zum ersten mal und war schwer beeindruckt. Ein SF-Film-Noir mit einer für damalige Verhältnisse drastischen Darstellung von Gewalt und Brutalität. Ein bahnbrechendes Meisterwerk mit überzeugenden Schauspielern.
Da inzwischen blutige Gewaltexzesse wie die Eröffnungsschlägerei in Casino Royale scheinbar unverzichtbare Schockelemente im Actionkino sind, frage ich mich heute, ob Ridley Scott uns allen einen großen Dienst erwiesen hat, die Bahn in diese Richtung zu brechen.
Die Szenerie war/ist düster, deprimierend und oft surreal.
Wenige humorvolle Lichtblicke entspringen der damaligen Vorstellung, wie im vorigen Jahr die Welt ausgesehen haben würde: Fliegende Autos mit wackeligen Flügeltüren, Gasfackeltürme über einer Großstadt, analoge Zimmerantennen auf Röhrenfernsehern und 60er Jahre Autos mit Heckflossen im täglichen Straßenbild...
Der Film ist langatmig und inhaltlich wenig unterhaltsam. Die wohl beabsichtigte Gesellschaftskritik, die tendenziell sogar der heutigen Realität entspricht, bleibt unterschwellig gut versteckt und wird der Zielgruppe des Popcorn-Kinos wohl verborgen geblieben sein und auch weiter verborgen bleiben. Heutiges Publikum ist damit kaum noch hinter dem Ofen hervorzulocken.
Vielleicht ist deswegen das 2017er Sequel noch düsterer, noch deprimierender und in seiner Aussage noch verwirrender und verstörender ausgefallen.
Ich werde ihn mir trotz guter Machart und Schauspieler kein weiteres Mal anschauen wollen. Daher nur 5/10.