Der Einfluss von H. P. Lovecraft ist mal wieder unübersehbar, aber auch einige Monsterfilme der Achtziger standen Pate beim Regiedebüt des Briten Stewart Sparkle. Dessen Kreatur kann sich trotz seiner Schlichtheit sehen lassen, doch anderweitig ist sein Creature Feature zu minimalistisch und eindimensional aufgezogen.
Meeresbiologin und Taucherin Olive (Anna Dawson) soll einen neuen Taucheranzug testen und taucht deutlich tiefer als vorgegeben. Bei der Begegnung mit einem prähistorischen Octopus wird der Anzug beschädigt und Olive nur mit Not gerettet. Kurz vorm Verlassen des Schiffes nimmt sie heimlich Organe der Kreatur mit, um diese im heimischen Keller zu studieren. Dabei baut sie eine immer intensiver werdende Bindung zu dem Wesen auf…
Die grottigen CGI in den ersten Minuten lassen wenig Professionalität erwarten, als das Schiff in einer überaus künstlichen Meereslandschaft im Mondschein schippert. Der anschließende Tauchgang ist indes einigermaßen dynamisch in Szene gesetzt und auch die Krakenähnliche Gestalt des Meeresbewohners ist halbwegs anständig ausgefallen, obgleich bei einigen Nahaufnahmen das Gummi etwas zu deutlich als solches erkennbar ist.
Mit den Figuren wird man derweil kaum warm, da Olive sehr egoistisch handelt und rasch von der Kreatur eingenommen ist, wonach ihr Freund und ihre Schwester zur Passivität verdonnert werden. Einen Bösewicht und einen Verräter gibt es auch, - schließlich muss das Biest irgendwie gefüttert werden. Diesbezüglich gibt es vom Ablauf her keinerlei Überraschungen, es ist beinahe die Reihenfolge der Opfer im Detail erahnbar und auch spannende Konfrontationen bilden Mangelware, selbst im letzten Drittel wird allenfalls auf Sparflamme gekocht.
Eher positiv ist demgegenüber die ominöse Wandlung von Olive, welche kein helles Tageslicht mehr verträgt, Spaß im und unter Wasser hat und natürlich eine besondere Affinität zu Tinte aufbaut. Was da genau vorgefallen ist, bleibt über weite Teile der Fantasie des Betrachters überlassen, während die letzten Einstellungen auf die allerletzte Szene hätten verzichten sollen, denn manchmal ist weniger mehr, vor allem hinsichtlich nicht allzu überzeugender Effekte im großen Rahmen.
Ansonsten passt sich die kontrastarme Farbgebung der isolierten Stimmung der Hauptfigur(en) an, der Score klingt ambitioniert, ist aber partiell deutlich von Carpenters „The Thing“ abgekupfert und auch die Mimen liefern brauchbare Leistungen ab.
Handwerklich ist prinzipiell nicht allzu viel anzukreiden, nur ein paar Dialoge driften gegen Ende ins Peinliche ab und auch scheinbar alltägliche Wortwechsel kommen zuweilen ein wenig hölzern daher.
Die Ansätze sind okay, die Kreatur ist halbwegs ansehnlich in die Szenerie eingebunden, nur leidet die Erzählung an mangelnder Dramatik, die Abläufe wiederholen sich, sie gestalten sich vorhersehbar und auch zum Showdown ist kaum eine Spannungssteigerung festzustellen.
Eingefleischte Lovecraft Fans könnten einen sehr vorsichtigen Blick riskieren, Monsterfilmfreunde sollten sich indes auf eine minimalistische, kaum blutige Vorstellung mit nicht allzu vielen spannenden Szenen einstellen.
4 von 10