Review

Ich sage meiner Mutter gerne bei jedem Film (und kann es inhaltlich auch erläutern), dass es ein Liebesfilm sei. Und bei den allermeisten Filmen ist dieses Motiv tatsächlich auffindbar - mehr oder weniger dominant. So auch hier: Es ist AUCH ein Liebesfilm. Jedoch:  Mehrere Handlungsstränge verschränken sich in diesem Western. 
Ich habe ihn im englischen Original gesehen ohne etwas darüber zu wissen. Im Grunde fiel mir die Besetzung ins Auge: 4 A- und B-Stars wirken mit die ich sofort erkannte - und wer weiß was ein wenig Nachforschung über die anderen Darsteller herausbringen würde. 
1. Strang

Wir haben Kiefer Sutherland als John Henry Clayton, der Sohn von seinem Vater Reverend William Clayton. Der verlorene Sohn kehrt heim, hat den Waffen und seinem blutigen Geschäft abgeschworen. Zu Gott hat er - sehr zum Leidwesen seines Vaters - nicht gefunden, sondern hadert im Gegenteil sehr mit ihm. Er ist heimgekehrt aus dem Krieg, doch kommt er so spät dass seine Mutter nun verstorben ist. An ihm nagen Schuld und Vergangenheit (das hab ich im Englischen im Detail nicht verstanden) und so beginnt er das Land seiner Familie zu bearbeiten und urbar zu machen. 
2. Strang
Er ließ damals seine Liebe Mary-Alice Watson (Demi Moore) zurück, als er in den Krieg zog. Sie hatte lange gewartet auf ihn und ist mittlerweile doch verheiratet und hat einen Sohn. Die beiden verbringen ein wenig Zeit miteinander, man spürt die gegenseitige Zuneigung. Doch er verleugnet sich ihr gegenüber und auch sie sichert ihrem Ehemann ihre Treue zu. 
3. Strang
Zu guter Letzt: Kein Western ohne Bösewicht. Brian Cox spielt James McCurdy. Der will (aus mir unbekannten Gründen) das Land um die Stadt herum den Farmern abkaufen. Die Farmer wollen nicht verkaufen, doch er versteht es, sie sich gefügig zu machen. Dabei macht er sich nicht selber die Hände schmutzig sondern setzt auf seine Handlanger. Unter diesen rivalisieren zwei: Michael Wincott (sehr elegant, gebildet) und Aaron Poole (Jungspund, aufbrausend). Die Farmer wissen um die Bedrohung und möchten gerne einen Killer anheuern. Der Reverend indes mahnt zum Frieden, möchte den friedvollen Weg gehen und setzt darauf, dass denen die im Recht sind auch Recht geschähe. Welch ein Narr! 
Es kommt wie es kommen muss. Die Bösewichter führen sich in der Stadt auf wie Halunken und Rüpel. John Henry will sich zurückhalten, und mehrere Male gibt er nach und unterwirft sich dem Machtspiel. Doch dann wird es auf den Punkt gebracht: "Do you know what your problem is, John Henry? You want to act like a pilgram but you still got the attitude of a killer.
Ich lese viele spirituelle Beiträge. Mitgefühlt. Gewaltlosigkeit. Frieden. Das ist richtig. Gewalt erzeugt nur noch mehr Gewalt. Jemand muss die Spirale der Gewalt unterbrechen. Oder doch Feuer mit Feuer bekämpfen? Weil manche Menschen immer böse sein werden. Und man ihnen Einhalt gebieten muss. „Für den Triumph des Bösen reicht es, wenn die Guten nichts tun!“
Die Handlung entwickelt sich, es kommt zu Verwicklungen. Und so nehmen die Dinge ihren Lauf. 
Was mir hier mal auffiel: Kiefer Sutherland spielt immer Kiefer Sutherland. Mimik, Gestik, all das ist mir von der Serie "24" so vertraut. Und dann eine Szene wie bei John Wick: Er holt seine Waffe aus dem Versteck im Erdboden. 
Der Film wird ruhig erzählt, die Handlung entrollt sich aufs natürlichste. Das ist höchst angenehm. Das Kino wird nicht neu erfunden, doch ich hab ihn gerne geschaut. 6,5 Punkte, und ich hätte auch mehr gegeben.  
Und dann erinnert der Film daran, dass ich meinen Eltern nie gesagt habe, dass ich sie liebe und vermisse. Und dem ist so! 

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