Wenn man einen Film so aussehen lässt, als sei er ein astreines Relikt aus den späten Achtzigern, hat jemand seine Hausaufgaben gründlich gemacht. Irgendwo zwischen „Scanners“ und „Feuerteufel“ spielt Regisseur Joe Begos mit den Mechanismen des Body Horrors und lässt spätestens ab Mitte die Splattersau raus.
Zack und Rachel befinden sich im Institut für Psychokinese unter der Obhut von Dr. Slovak. Doch statt dessen Fähigkeiten eingehender zu studieren, nutzt er selbige aus, um sich ein Serum zu injizieren, welches telekinetische Kräfte freisetzt. Zack und Rachel planen die Flucht aus dem Institut…
Begos konnte das geringe Budget recht gut kaschieren und verzichtet auf allzu großen Aufwand. Sobald ein Proband seine Kräfte anwendet, wird dies mit einem anschwellenden Basston untermalt, während die Darsteller so verkniffen dreinschauen, als müssten sie eine schmerzhafte Wurst legen. Da telekinetische Ereignisse den Fokus des Treibens ausmachen, möchte man irgendwann Magentabletten durch den Fernseher reichen.
Allzu episch gestaltet sich die Story indes nicht. Weite Teile spielen sich in den Räumlichkeiten des Forschungsinstituts ab, kurze Außenaufnahmen in leicht verschneiter Umgebung sorgen nur kurzfristig für Abwechslung. Die Figurenzeichnungen fallen eher oberflächlich aus und im Grunde geht es lediglich um die Konfrontationen zwischen Gut und Böse, wodurch sich allerlei Zeug bewegt, gerne auch mit Hilfe von dünnen Seilen. Später gesellen sich zumeist handgemachte Gewalteinlagen hinzu, die obgleich deutlich erkennbarer Latexlappen eine ordentliche Suppe ergeben.
Neben Stichen, Schnitten und Spritzesetzen, werden Körper geteilt, Schädel gespalten, Köpfe abgetrennt und Beine durchschossen. Das Make-up in Sachen Body Horror ist demgegenüber etwas grobschlächtig ausgefallen, wobei eine übel verzerrte Stimme als überdeutliches Anzeichen einer Mutation ebenfalls sowas von Achtziger ist. Dazu passt auch der Score, der zwischen Tangerine Dream und John Carpenter pendelt und munter auf uralte Sequenzer-Sounds setzt, - definitiv ein akustisches Highlight.
Weniger überzeugen da die Mimen, die entweder gnadenlos dem Overacting frönen oder nicht mehr als einen Gesichtsausdruck hinbekommen (den mit der schmerzhaften Wurst).
Bis auf eine etwas zu schwach ausgeleuchtete Szene im Schlussakt punktet derweil die stimmungsvolle Ausleuchtung und das Spiel mit wechselnden Perspektiven funktioniert ebenfalls.
So präsentiert Joe Begos einen kleinen Nostalgietrip in die Achtziger mit allen dazugehörigen Zutaten. Die Geschichte bleibt zwar überschaubar und gerät erst nach der Halbzeit ein wenig spannend, doch als kleine, weitgehend anspruchslose Hommage geht sein Werk locker durch.
6 von 10