Review

Daniel Craig hat Bond in die neue Ära geführt, brachialer, gewalttätiger, brutaler, geerdeter. Sam Mendez als Regisseur hat Bond dann mit Skyfall in ganz neue Sphären geführt: ein verletzlicher Bond, von dem man auch die Hintergrundgeschichte endlich erfährt, was beim Publikum trotz aller erzählerischer Defizite sensationell gut ankam, so dass man den guten Mann für die Fortführung der unendlichen Bond-Saga wiedergewinnen konnte.

Wiedergewinnen konnte man in der Zwischenzeit auch die Namensrechte an Bonds größtem Gegner: Nein weder Beisser noch Goldfinger, nein, es ist Blofeld. Also was lag mehr auf der Hand, endlich nach knapp vier Jahrzehnten (plusminus) die Organistaion Spectre wieder ins falsche Licht zu rücken?

Und dann wird auch noch der zweifache Oscar-Gewinner Christoph Waltz für mehrere Filme verpflichtet, wen könnte er wohl spielen?

Was im Grunde genommen nach einem Selbstläufer von Film klingt wird zum größten Rohrkrepierer der gesamten Bond-Geschichte.

Hanebüchene Action-Sequenzen, unglaubwürdige Fluchtsequenzen, gleich mehrmals, Rumgepose während man mit dem Maschinengewhr schießt und Leute erschießt, die sich hinter allem möglichem verstecken. Bedeutungsschwangeres Gewäsch. Eine lächerliche Familienverbindung.

Schön arrangierte Bilder reichen halt nicht einfach.

Und am Ende ein Ende, das wirklich so blöd ist, dass einem Hören und Sehen vergeht. War Daniel Craig Anfangs noch ein wirklich sehr guter Bond, entwickelt er sich gerade mit diesem Film zu einer Roger Moore Karikatur der übelsten Sorte.

Das Beste an diesem Film? Die Aussicht, dass es Craigs und seines Buddies Mendes letzter gewesen  sein dürfte.

Wenn ein Film so professionell aussieht, solche Produktionswerte hat, solche namhaften Beteiligte und das Ergebnis so ernüchternd ausfällt, dann muß man dies auch explizit abstrafen. Vielleicht wäre der Film 3-4 Punkte wert, aber so wie er in sich zusammenfällt, verdient er eine richtige Abreibung. Wie gut, dass jede Kritik subjektiv ist!

 

2 Punkte

Details
Ähnliche Filme