Review

Seitdem 007 im Jahr 2008 in die Hände von Drama- und Theaterregisseuren gefallen ist, ist die Marke Bond einfach nicht mehr dieselbe: James Bond war immer tough und tongue-in-cheek, ironisch (aber nur ganz selten selbstironisch), vor allem aber nahm er seine Figur(en) im Gegensatz zu seiner Action nie all zu ernst.

Im Zuge der Nolanisierung des Blockbusterkinos (selbst das Finale von SPECTRE ist von THE DARK KNIGHT "inspiriert") bekommt Bond jetzt mit der Neu-Einführung von Erzbösewicht Blofeld eine erneute Backstory angedichtet, die den Charakter unnötig auflädt und beschwert und die ihn genauso entmystifiziert wie das Rob Zombie HALLOWEEN-Remake Michael Myers – Archetypen muss man nicht erklären, sie verlieren dadurch nur ihre Faszination.

Mit der Fortführung von SKYFALL wird die Demontage der Kunstfigur Bond auch filmisch weiter vorangetrieben: Bis auf die Eröffnungsszene bleibt keine einzige Actionsequenz in Erinnerung, Dave Bautista ist zwar ein würdiger wortloser Handlanger, der Bond physisch mal kurz an seine Grenzen bringt, aber die weiblichen Charaktere bleiben blasses Beiwerk und die Story von der allmächtigen digitalen Überwachung war eigentlich schon 2015 von der Realität eingeholt.

Übrig bleiben so von der 007-Reihe nur noch durchschnittliche Spionagekrimis, die sich sichtlich bemühen, Trends hinterherzuhecheln anstatt wie früher Meilensteine des eleganten und charmanten Actionkinos zu setzen. Dazu kommt in diesem Fall noch ein jämmerlicher Theme Song und eine unfreiwillig komische Titelsequenz, was bei dieser Reihe schon an Blasphemie grenzt.

So bleibt der beste Bondfilm seit CASINO ROYALE immer noch – MISSION IMPOSSIBLE: ROGUE NATION.

Details
Ähnliche Filme