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Reinrassige Rittergeschichten bieten sich für ein jüngeres Klientel nicht an, doch seit den Büchern von Kirsten Boie und 26 Folgen fürs Fernsehen konnte sich der „Kleine Ritter Trenk“ auch bei Kindern zügig etablieren. Die Kinofassung ist indes aufs Wesentliche konzentriert, nur an den Zeichentrick-Stil muss man sich erst gewöhnen.

Der junge Trenk ist ein Leibeigener, der unter dem Eintreiber Ritter Wertolt leidet. Kurzum beschließt er, von Zuhause auszuziehen, um Ritter zu werden. Durch eine List landet er beim Ritter Hans von Hohenlob, mit dessen Tochter Thekla er sich rasch anfreundet. Nun gilt es, Wertolt beim Ritterturnier zu schlagen und anschließend den Drachen im Wald zu bezwingen…

Ohne Vorkenntnisse der Fernsehserie erwartet man natürlich eine optische Umsetzung in Richtung Computeranimation, da Zeichentrick ein wenig aus der Mode gekommen ist.
Doch die sympathischen Figuren und die flott erzählte Geschichte kaschieren gekonnt, es mit einem Look zu tun zu haben, der stark an die Achtziger erinnert, mit einander ähnelnden Gesichtzügen, unbeweglichen Hintergründen bei Actionszenen und weitgehend ausbleibenden Schauwerten.

Die schnörkellose Handlung vermittelt Werte wie Zusammenhalt, Mut und den Glauben an sich selbst, während Freundschaften und Allianzen das Kernstück bilden, damit der junge Held erst zu einem solchen reifen kann. Anbei wird ein wenig Geschichte des Mittelalters vermittelt, - nie zu viel auf einmal und gut verständlich für die jüngeren Betrachter.

Die Synchronstimmen gehen weitgehend in Ordnung, wobei Axel Prahl und Johannes Zeiler das Niveau deutlich anheben und auch der klassische Geräuschemacher erledigt einen grundsoliden Job. Der Score ist indes um Abwechslung bemüht, schießt insgesamt jedoch ein wenig übers Ziel hinaus und dramatisiert phasenweise zu sehr.

„Ritter Trenk“ bietet unterm Strich kindgerechte Unterhaltung ohne sonderlichen Anspruch fürs reifere Publikum. Junge Zuschauer wird die recht simple technische Umsetzung nicht stören, ein wenig Situationskomik mit einem niedlichen Ferkelchen als steten Wegbegleiter sorgt diesbezüglich schnell für Begeisterung.
Für Kinder im Grundschulalter definitiv nicht schlecht.
6,5 von 10

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