Das Spielfilmdebüt des gebürtigen Italieners Alberto Marini kommt als spanisch-amerikanische Produktion daher und erinnert an eine Mischung aus „The Crazies“ und „Rec“.
Obgleich der Streifen mit beinahe vier Jahren Verspätung bei uns erscheint, bestätigt sich ausnahmsweise nicht das Vorurteil einer Independent-Gurke.
Die drei amerikanischen Betreuer Will, Christy, Michelle, sowie der Spanier Antonio bereiten ein verfallenes Sommercamp inmitten der Einöde auf die Ferien vor. Als der angehende Tierarzt Will einen vermeintlich tollwütigen Hund untersucht, wird er gebissen. Doch jemand anders verwandelt sich urplötzlich in eine rasende Bestie und eröffnet eine erbarmungslose Hatz…
Auch wenn der Titel auf einen reinrassigen Slasher hindeutet, könnte man den Stoff am ehesten als Zombiefilm klassifizieren, obgleich die Infizierten nicht vordergründig auf Menschenfleisch aus sind, sondern in Rage geraten und zur unzähmbaren Gewalt neigen.
Bis dies vonstatten geht, werden allerdings rund zwanzig Minuten Geduld während der etwas drögen Einführung benötigt, welche allenfalls zwei der vier Charaktere sympathisch erscheinen lässt.
Danach geht alles rasend schnell, es wird ein immens hohes Tempo gefahren und eine Hatz jagt die nächste. Glücklicherweise spielt die Handlung einige Male mit der Erwartungshaltung des Betrachters, so dass manche Aspekte kleine Überraschungen beinhalten und der eine oder andere Ablauf kleine Innovationen bereithält. Auf atmosphärischer Ebene punkten einige marode Gebäude inmitten der Einöde, was primär bei einigen Konfrontationen mit Verbarrikadieren, Weglaufen und Lauern zündet.
Leider bildet die oftmals furchtbar wackelige Steadycam ein deutliches Manko, welches während des Treibens in einem Trailer seinen Tiefpunkt erreicht, denn dort geht vieles in der Hektik schlichtweg unter. Auch die Konzentration auf nur vier Figuren entpuppt sich als Nachteil, zumal Marini bei den wenigen Gewalteinlagen meistens wegblendet und eine Durchbohrung sowie ein Aufspießen eher blutarm und einer FSK16 entsprechend zurückhaltend inszeniert sind.
Für Genrefans offenbart sich dennoch ein mit einfachen Mitteln realisiertes Werk, das mit kleinen handlungstechnischen Innovationen, viel Bewegung und soliden Performances zu punkten vermag. Die oftmals arg wackelige Kamera trübt den Spaß zwar stellenweise deutlich, doch unterm Strich ist „Summer Camp“ eine Sichtung wert.
6,5 von 10