Ich habe schon unendlich viele Kriegsfilme angesehen, aber "Normandie - Die letzte Mission" bietet wohl die Speerspitze der langweiligsten und mit Sicherheit blödesten seiner Zunft.
Sehen wir im Intro beispielsweise wieder einmal die Alliierten im Schützengraben. Die Deutschen rücken unaufhaltsam vor, und der junge Private Lewis (Cody Kasch, "Desperate Housewives") verliert vor seinen Augen seinen Freund. Daraufhin wird sein Captain Beckett (Brett Cullen, "The Dark Knight Rises") von einem Landser via Bajonette angegriffen. Lewis verkriecht sich "Private-Upham-Like" und lässt zu das sein Captain böse angepiekt wird. Sicherlich schafft Beckett noch den finalen Schuss, aber dennoch ist das Vertrauensverhältnis zwischen den Soldaten zerstört. Schwer verletzt schafft der Captain es als, mit seinem "Kumpel" zu entkommen. Das klingt jetzt natürlich sehr sehr spannend, ist es aber nicht. Das darauf folgende wird auch nicht besser.
Man trifft im Lazarett nun auf zwei Mädels die ganz ordentlich im Zusammenflicken sind. Dazu gesellt sich noch ein Fallschirmjäger.
Nun der Auftritt der bösesten Motherfucker der Filmgeschichte. Der Waffen-SS. Selbstverständlich sind die Jungs allesamt einfach Schweine in Uniform. Als erstes wird der Arzt gekillt, dann die versprengte Truppe als Kriegsgefangene genommen. So weit, so schlecht....
Im Lager angekommen müssen sich die Gefangenen mit gemeinen Spielchen und Sprüchen gewöhnen. Der Höhepunkt ist der Faustkampf vom Muskel-Nazi gegen unseren Mickerling von Anti-Helden Private Lewis. Ich dachte ich guck nicht richtig. Zum Fremdschämen gespielt und von mehr als fragwürdiger Aussage. Ebenso unverfroren ist die Sequenz im Haus, wo ein überaus untalentierter SS-Führer versucht einen auf "Hans Landa" zu machen. Unfassbar peinlich.
Natürlich war der Krieg grausam, aber in jedem zweiten Film wird der deutsche Soldat als Unmensch gezeigt, was sicherlich einige waren, aber nicht alle. Davon bin ich überzeugt. Ich habe viele Geschichten von Augenzeugen gehört, die das bestätigen. Jeder der eine Waffe in die Hand nimmt um einen anderen Menschen im Krieg zu töten ist ein Monster. Keiner ausgenommen. Da lobe ich mir Genre-Beiträge wie "Herz aus Stahl", die beide Seiten zeigen und auch nicht davor zurück schrecken zu zeigen, was so alles angestellt wurde, wenn man keiner hinsah.
"Normandie" ist ein dummer, gar infantiler Beitrag um mal wieder die Zeigefinger zu erheben und allen zu zeigen, wie böse jeder war, der gegen die Amerikaner kämpfte.
Darstellerisch ein wahrer Offenbarungseid. Die Sound- und Dialogregie ist genauso Banane wie das Storytelling.
Fazit:
Extrem langweilig, niederschmetternd gespielt und reißerisch inszeniert. Fast so peinlich wie Perlen ala "Missing in Action" in ihrer Aussagekraft.
Pfötchen weg.
1/10