Alexandre Dumas hätte es sich wohl kaum träumen lassen, dass seine Trilogie über die Drei Musketiere noch Jahrhunderte später weite Kreise ziehen und sogar als Inspiration für einen niederländischen Jugendfilm dienen würde. Regisseur Dennis Bots liefert eine routiniert erzählte Geschichte, der es leider an Herz und Seele mangelt.
Nachdem ihr Opa nach einem Autounfall im Krankenhaus liegt und folgerichtig nicht weiter nach dem legendären Schwert von D’Artagnan suchen kann, übernehmen dies seine Enkelin Isabel, ihr Cousin Rick und Kumpel Jules. Schon bald merken sie, dass auch ein ominöser Kunsthändler seine Finger im Spiel hat…
Die Geschichte steigt ein im Jahre 1673, als D’Artagnan Bewohner in einem Bauerndorf vor Plünderern schützt, während sich ein kleiner Junge für dessen Schwert interessiert. Nachfolgend werden noch einige Rückblicke vom Werdegang des Musketiers eingeschoben, doch während Szenen von Feuergefechten definitiv nicht für die jüngeren Zuschauer geeignet sind, nehmen jene Rückblicke stets den Fluss aus der eigentlichen Abenteuerhandlung, in der das Trio versucht, Zeichen eines Briefes zu entschlüsseln und einem Geheimcode auf den Grund zu gehen.
Isabel ist die sympathische Figur im Mittelpunkt, welche sich auch mal gegen den Willen ihrer Eltern durchsetzt und dem auf den ersten Blick versnobten Jules ohne Vorurteile gegenüber tritt.
Mutig scheut sie keine Hindernisse und steigt auch mal in ein wackeliges Wrack auf dem Schrottplatz, um bei der Suche weiterzukommen.
Jules offenbart indes, dass Vorurteile oftmals aus der Luft gegriffen sind und der erste Blick nicht immer ausschlaggebend sein sollte, während Rick der Nerd ist, der am Rechner per Bildbearbeitung alte Karten zusammenschustert.
Das geht alles recht flott vonstatten, doch Spannung will hier nur selten aufkommen, schon allein, weil der Bösewicht zu sehr im Hintergrund agiert und bis zuletzt komplett austauschbar daherkommt. Erinnerungswürdige Schauwerte bilden ebenfalls Mangelware, obgleich die Kostümierungen bei den historischen Rückblicken gut getroffen sind.
Kleines atmosphärisches Highlight liefern da schon eher die alten Reliquien auf Opas Hof, auf dem neben Ritterrüstung und vielen uralten Gemälden auch ein antikes Auto zu finden ist.
Auf pädagogischer Ebene wird nicht allzu tief gebuddelt, denn neben Themen wie Freundschaft, Loyalität und Zusammenhalt ist nicht viel mitzunehmen und auch in Sachen Geschichte sind lediglich zu Beginn ein paar erklärende Worte auszumachen, die bis zum Ende wieder vergessen sein dürften. Selbstverständlich gestaltet sich der Ausgang versöhnlich und hinterlässt den Betrachter mit einem zufriedenen Gefühl, doch so richtig will der Funke nicht überspringen.
Das liegt gewiss nicht an den Darstellern, bei denen primär die jüngeren überzeugen können. Auch Musikauswahl, Schnitt und Kameraführung gehen in Ordnung, doch am Ende kommt die Geschichte wie ein austauschbares Jugendabenteuer daher, welches neben Witz und Auflockerung auch Charme und emotionale Momente vermissen lässt.
Gerade hinsichtlich der Drei Musketiere wären durchaus einige narrative Parallelen drin gewesen, doch diese bleiben ebenso aus wie historische A-ha-Effekte.
4,5 von 10