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Die beiden Studentinnen Rachel (Yael Grobglas) und Sarah (Danielle Jadelyn) aus Los Angeles sind beste Freundinnen und fliegen gemeinsam nach Jerusalem, wo sie sich ein paar Tage (und vor allem Nächte) amüsieren wollen. Während die blonde Rachel die treibende Kraft des Duos ist, hat die dunkelhaarige Sarah noch mit dem unerwarteten Tod ihres Bruders zu kämpfen - die Reise sowie eine von ihrem Papa geschenkte G00gle-Brille sollen sie ein wenig auf andere Gedanken bringen. Unterwegs lernen die beiden den ebenfalls nach Jerusalem fliegenden Studenten Kevin (Yon Tumarkin) kennen, und so kommen sie als Trio in der heiligen Stadt an. Schnell hat man sich im arabischen Viertel in einem Hostel einquartiert, wo sich mit dem Sohn des Besitzers, Omar (Tom Graziani), ein weiterer Mitspieler findet, der die Gäste in die angesagtesten Clubs "mit dem besten Gras" führen soll. Die erste heiße Nacht erfüllt alle Erwartungen, dann aber fühlt sich Kevin plötzlich unwohl und präsentiert den anderen ein Video aus dem Internet über einen Jahrzehnte zurückliegenden Vorfall an Jom Kippur, in dem ein vermeintlich auferstandener weiblicher Anti-Christ in Jerusalem erschossen wird. Da der diesjährige höchste jüdische Feiertag gerade stattfindet, ist Kevin felsenfest davon überzeugt, daß die Apokalypse unmittelbar bevorstünde...

Wie so viele Horrofilme beginnt auch diese israelische Produktion mit ein paar vergnügungssüchtigen Twens, die in eine bedrohliche Situation geraten, und es ist auch nicht schwer, anhand der speziellen Schreibweise des Titels -JeruZalem- zu erraten, daß bald Zombies auf der Bildfläche erscheinen werden. Bevor diese jedoch in Aktion treten, muß ein Bedrohungsszenario geschaffen werden, was hier in Form eines Angriffs durch Kampfjets geschieht, in dessen Folge die Stadt abgesperrt und die 4 Protagonisten aus ihrem Hostel fliehen müssen. Wer da angreift und warum, wird übrigens zu keiner Zeit erklärt oder auch nur erörtert, wichtig ist nur, vor einer unbekannten Gefahr abzuhauen.

Diese, die ganze zweite Hälfte des Films andauernde Flucht ist jedoch so hanebüchen unglaubwürdig konzipiert und überdies in einem schlicht nervtötenden Found-Footage-artigen Stil abgedreht, daß man sich die eher behäbige erste Filmhälfte zurückwünscht, in der zwar nichts Aufregendes passierte, neben Beziehungsgequatsche, abchecken potentieller One Night Stands und der Funktionsweise der G00gle-Brille aber immerhin auch touristisch interessante Bilder aus Jerusalem gezeigt wurden.

Als es dann aber ans Fliehen geht, verfallen die 3 (den hypernervösen Kevin hatte man vorübergehend in einer nahen Klapsmühle geparkt) auf die glorreiche Idee, die von außen abgesperrten Stadttore durch ein unterirdisches Höhlensystem überwinden zu können. Daß dieser Fluchtweg vielleicht auch denen, welche niemand mehr aus der Stadt lassen wollen bekannt ist, vergißt das Drehbuch dabei genauso wie jegliche Erklärung des Szenarios. Dafür wird mit künstlicher Hektik nicht gespart, wobei vor allem die permanent schnatternde Sarah negativ auffällt - das Schlimmste jedoch ist die erwähnte G00gle-Brille, durch welche ein Großteil der Flucht durch die dunklen Gänge visuell dargestellt wird: Natürlich fällt sie ein paarmal zu Boden (erstaunlicherweise in den, äh, "spannendsten" Momenten), kriegt einen Sprung und überrascht(?) dann auch durch diverse Fehlfunktionen wie dem Abspielen von Musik-Clips...
Erwähnt seien von den vielen die vielleicht gröbsten Logiklöcher: die beiden jungen israelischen Soldaten, die - an den Mädels interessiert - trotz militärischem Verteidigungsfall für ausgehandelte 3 Minuten in ein stockfinsteres Irrenhaus mitkommen, um in den weitläufigen Stockwerken irgendwo jemanden zu finden; auch der Umstand, daß eine anscheinend infizierte Person aus der Gruppe ohne weitere Vorsichtsmaßnahmen mitgeschleppt wird oder das aufgeregte Geschrei und Gegacker in dunklen unterirdischen Gängen (wo man sich prinzipiell still verhält) lassen JeruZalem in völlig unrealistische Gefilde abdriften - da ist das jederzeit vorhersehbare und unspektakuläre Ende natürlich nur folgerichtig. Achja, die Zombies: Die treten auch ab und zu - sehr kurz - auf, haben Flügelchen und sind trotz der Dunkelheit deutlich als computeranimiert zu erkennen.

Unglaubwürdiges Handeln durchschnittlich sympathischer Akteure sowie das Fehlen jeglicher Erklärung für das Rahmengeschehen: Spannung oder zumindest Unterhaltung sehen anders aus. Nach mittelprächtigem Beginn stürzt JeruZalem in der zweiten Filmhälfte leider völlig ab: 3 Punkte.

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