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Während der Adventszeit ist es in einigen Orten im östlichen Alpenland noch Brauch, dass der Krampus, eine teufelsähnliche Gestalt, durch die Straßen zieht und Leute erschreckt.
Lange Zeit fristete der Begleiter vom Heiligen Nikolaus ein Dasein außerhalb der Leinwand, doch dieser Tage feiert er an mehreren Stellen eine Art Comeback. Die denkbar schlechteste Umsetzung liefert Autor und Regisseur Jason Hull, dessen Schreckgestalt zu keiner Zeit das Fürchten lehrt.

Cop Jeremy wurde als Kind an Heiligabend entführt, konnte seinem Peiniger jedoch in letzter Sekunde entkommen. Dreißig Jahre später arbeitet er als Cop in einem verschlafenen Provinznest, als in der Adventszeit erneut Kinder spurlos verschwinden. Jeremy jagt einen vermeintlichen Serienkiller, dem er bereits als kleiner Junge begegnete...

Das nett gestaltete Cover dürfte einige Genrefans in die Falle locken und auf einen dämonischen Vorweihnachtsfilm hoffen lassen. Doch auch wenn man es nicht so sehr mit Glanz und Glimmer hat, - winterlich erscheinen allenfalls ein paar Landschaften, welche jedoch so stümperhaft eingefangen wurden, dass jede Naturdoku in Alaska mehr Stimmung verbreitet.

Figurenzeichnungen sind fast nicht vorhanden, die Mimen quälen sich um Authentizität bemüht durch die austauschbaren Szenerien, während der Titelgebende nur selten erscheint und zudem kaum blutig zuschlägt, mal abgesehen von Machetenhieben und der Entnahme eines Herzens. Der Held bringt die Ausstrahlung eines Fließbandarbeiters während der Nachtschicht mit und somit ziehen sich viele unnötig lange Dialoge, vorzugsweise in der Kneipe um die Ecke oder im 08/15-Wald.

Allein der Look gleicht üblem Amateurniveau und auch die Kamera scheint bereits einige Jahre hinter sich zu haben. Hinzu gesellt sich ein oftmals abrupt gesetzter Schnitt, eine gänzlich schlecht abgestimmte musikalische Untermalung und eine Story, die zu keiner Zeit Spannung erzeugt.

Denn neben dem Mangel an Konfrontationen gibt sich die Erzählung recht sprunghaft mit kleinen Rückblicken, dem Nebenhandlungsstrang eines vorzeitig entlassenen Häftlings (Bill Oberst Jr.), der sich Jeremys Familie nähert, daneben raufen sich Cops zusammen, die eher wie Dartspieler in der oben erwähnten Kneipe daherkommen und schließlich wird dem Ganzen durch ein paar lausig choreographierte "Kampfszenen" der Rest gegeben, denn die hätten ein paar Kids mit Handkamera und einfachem Editor weitaus besser zustande bekommen, zumal die "Zeitlupe" eines Faustschlages durch die verlangsamte Bewegung eines Armes erzeugt wird.

So dümpelt das dilettantische Treiben witzlos vor sich hin, ein halb entblößtes weibliches Opfer wird völlig unpassend in die Handlung eingebunden, Dialoge zwischen Nikolaus und seinem bösen Bruder zeugen fast schon von so etwas wie einem Drehbuch, doch der Rest wirkt wie planlos draufgehalten und genauso planlos zusammengeschustert.
Eine halbwegs weihnachtliche Erscheinung verkommt somit zu einem unpointierten Beiwerk in immerhin einigermaßen vernünftiger Aufmachung, doch alles andere langweilt und nervt eher, anstatt auch nur ansatzweise zu unterhalten.
1,5 von 10

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