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Mamma mia, che donna! Diese Dame hat Rasse & Klasse, sie hat Stil & Temperament, sie ist eine kurvige Schönheit mit Charisma & dunklen, geheimnisvollen Augen, die Wonnen versprechen, von denen man(n) nicht zu träumen wagt. Wirklich schade, dass sie so eine Kanaille ist. Also nicht die Frau, von der hier die Rede ist, selbst (schätze ich), sondern die Figur, die sie spielt. Sophia Loren, damals knapp über zwanzig & mit kleinen sexy Haarbüscheln in den Achselhöhlen, ist Lina Stroppiani, die Tochter des eloquenten Meisterdiebes Vittorio (Vittorio De Sica). Und wie man sich denken kann, ist der süße Apfel nicht weit vom Stamm gefallen.

Den arglosen Taxifahrer Paolo (Marcello Mastroianni) lernt sie kennen, als sie ihm mit zwei Komplizen sein nagelneues Taxi klauen möchte. Den heimtückischen Diebstahl kann der Römer zwar vereiteln, aber von nun an laufen sich die beiden ständig über den Weg & mit ihrer aufreizend-charmant-kessen Art droht Lina, den armen Tropf um den Verstand zu bringen. "Ich werde wahnsinnig, diese Kanaille!", schimpft er (wobei man das Wort Kanaille wahlweise auch durch Luder oder Biest ersetzen kann).

Und so kabbeln sich die Zwei auf liebenswert-spritzige Screwball-Weise durch Alessandro Blasettis Film, dass es ein wahres Vergnügen ist. Auch der wortgewandte & mit allen Wassern gewaschene De Sica weiß zu brillieren & nimmt seinen Gegnern mit seiner entwaffnenden Art den Wind aus den Segeln. Am Ende rüttelt Lina vehement an Paolos Watschenbaum... mit Erfolg. Heutzutage würde man das vermutlich anders lösen, trotz der Einvernehmlichkeit. Der Song, den la Loren hin & wieder trällert ("Bingo bango bongo..."), hat sich jetzt spielerisch in mein Ohr gewurmt. Ein toller Film.

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