Wuchtiges Werk, dessen lange Laufzeit zu keiner Zeit negativ auffällt.
Ich bin nun wirklich kein Fan von Herrn Iñárritu, besser gesagt seiner Filme. Mochte weder "Amores Perros" noch "21 Gram" noch und schon gar nicht "Babel".
Herrn DiCaprio jedoch auf seinem Survival-Trip durch den Schnee zu begleiten, umrahmt von einem glänzendem Cast (Tom Hardy, Will Poulter, Domhnall Gleeson), war eine echte Erfahrung.
Bei der sich übrigens mal wieder ausgezahlt hat, dass ich vorab so wenig wie möglich über den Inhalt eines Filmes wissen möchte. Iwie dachte ich deshalb, hier ginge es darum, dass ein Bär Leonardo jagt. Zwei Stunden lang. Weshalb ich nie besonders scharf auf das Teil war, zumal mich ja eben bislang kein Iñárritu-Film überzeugen konnte. Schön, dass es anders kommt. Zweieinhalb Stunden lang, übrigens.
Die Bären-Szene ist dann auch wirklich obergenial, aber Meister Petz, der hier übrigens nur seine Jungen schützt und kein fieses Biest ist, stellt eben nur ein feindliches Element in dieser unwirtlichen Natur dar, der DiCaprio sein bisschen Leben immer wieder abtrotzen muss. Und das machen die Inszenierung und die Kameraarbeit Emmanuel Lubezki fast schon spürbar deutlich.
Und obwohl es sich im Grunde um einen Western handelt, der im Schnee spielt, würde es mir doch nicht einfallen, von einem Schneewestern zu sprechen.
Vielmehr ist es eine elementare Erzählung über Durchhaltevermögen, Überlebenswillen, Opportunität und Rache. Acht Punkte dafür.
Ach und scheiße, müssen die Dreharbeiten hart gewesen sein für die Beteiligten, allen voran uns Leo. Wo wir von Durchhaltevermögen reden. Musste ich zwischendurch mehrfach dran denken. Mehrere Teammitglieder sollen wegen Überanstrengung ihre Arbeit eingestellt haben, las ich jetzt bei Wiki. Und Herr DiCaprio sagt: „Persönlich stieß ich unzählige Male an mein körperliches und seelisches Limit.“ Glaub ich gerne.