Nicht nur zu viele Köche, auch zu viele Zutaten können den Brei verderben, wie der französische Regisseur Thierry Poiraud mit seiner merkwürdigen Mixtur unter Beweis stellt.
Dabei offenbaren ein paar Minuten Action, wie spannend der Streifen hätte insgesamt werden können.
Sechs schwer erziehbare Jugendliche um Bastian erwachen eines Tages ohne ihre Betreuer und nutzen die Gelegenheit zum Feiern und zur Einsicht in die eigenen Akten. Bei einem Abstecher zum Supermarkt werden sie von einem ihrer Betreuer angegriffen und stellen fest, dass alle Erwachsenen auf der Insel zu aggressiven Bestien mutiert sind…
Die Ausgangslage klingt spannend und die jungen Heranwachsenden werden passabel eingeführt, wobei einige Klischees nicht von der Hand zu weisen sind. Bastian erhält zudem ein paar Rückblenden, die ein traumatisches Erlebnis in der Kindheit bebildern, was für den späteren Verlauf jedoch völlig ohne Relevanz ist.
Dauert es zunächst eine Weile, bis die Truppe am nächtlichen Supermarkt angelangt ist, geht es für einige Minuten sehr temporeich und auch ein wenig blutig zu. Die Kamera arbeitet grundsolide und liefert ein paar gelungene Ansichten des zerstörten Ortskerns und auch einige Landschaften (gedreht auf Teneriffa) kommen gut zur Geltung. Doch die mutierten Angreifer spielen nach dieser Actioneinlage beinahe gar keine Rolle mehr und so konzentriert sich das Geschehen nur noch auf ein übrig gebliebenes Paar, welches einige Zeit in einem Wohnwagen verbringt, - von Konfrontationen, Angriffen oder zumindest atmosphärischen Momenten keine Spur, hier steht Coming-of-Age im Fokus.
Das verleiht dem Titel zwar eine mehrdeutige Ebene, doch in der zweiten Hälfte kommt die Erzählung beinahe zum Erliegen, wozu sich ein nicht wirklich zufrieden stellender Abschluss gesellt. Der Stoff über das Erwachsenwerden geht zu wenig in die Tiefe und obgleich die jungen Mimen recht authentisch performen, weicht das Interesse zusehends, - da helfen die wenigen Gewehrschüsse innerhalb der Lethargie kaum mehr.
Offensichtlich wollten Autorin Marie Garel Weiss und Poiraud von den üblichen Pfaden des Endzeit-Zombie-Überlebenskampf-Gedöns bewusst abweichen, um frischen Wind ins Genre zu bringen, doch dieser entpuppt sich als laues Lüftchen und beschert dem Werk einen unausgegorenen Gesamteindruck, der sein vorhandenes Potential weitgehend verspielt.
4,5 von 10