Unzählige Streifen im Horrorgenre haben bereits gezeigt, dass eine packende Handlung nicht von einer dollen Ausstattung oder vielen Figuren abhängig ist. Der israelische Regisseur Boaz Armoni versucht es ebenfalls minimalistisch und konzipiert den Stoff als Horrorkomödie.
Lustig ist der Film allerdings zu keiner Zeit.
Nerd Matan wird mit drei weiteren Soldaten zu einem abgelegenen Stützpunkt im Norden Israels gebracht, wo die vier eine Woche lang Wache schieben sollen. Als Matan seine Wache antritt, fällt plötzlich der Strom aus…
Die Sympathien sind von vornherein klar verteilt, da der Außenseiter Matan, welcher eigentlich nur Assistent ist und seine Zeit im Büro verbringt, sogleich von den drei Haudegen angegangen und im weiteren Verlauf gemobbt wird. Bereits in einem von Arabern geleiteten Restaurant provozieren die drei, während Matan die Situation zu beruhigen versucht. Am Stützpunkt angekommen, setzen sich die Querelen fort, so dass innerhalb der ersten Dreiviertelstunde rein gar keine Spannung aufkommt.
Ihr Vorgesetzter Stas verbietet zwar den Zutritt zum Bunker, in dem es während der kurzen Exposition zu einer angedeuteten Gewaltszene kommt, doch bis zum finalen Akt bleibt dieser weitgehend irrelevant. Weitaus interessanter erscheint indes der Blick vom Kontrollturm, doch dieser wird hinsichtlich des Spannungsaufbaus sträflich vernachlässigt. Stattdessen kommt es zu einem erahnbaren Twist, welcher ein wenig Blutvergießen mit sich bringt und zumindest noch ein Minimum an Suspense aufkommen lässt.
Angesichts des geringen Budgets und der kargen Ausstattung ist handwerklich wenig anzukreiden. Die Kamera arbeitet solide, der Schnitt ebenfalls, nur die Ausleuchtung ist phasenweise etwas dürftig, während die musikalische Untermalung nahezu ungenutzt bleibt.
Die Darsteller performen annehmbar, nur ein, zwei Synchronstimmen liefern unterdurchschnittliches Niveau.
Leider bleibt die Handlung bis zum Showdown relativ ereignisarm, der staubtrockene und nur vage eingestreute Humor vermag nicht einen Schmunzler oder gar Lacher zu erzeugen und am Ende fühlen sich die rund 84 Minuten Laufzeit ein wenig länger an. So sehr „Freak Out“ etwas Spektakuläres suggerieren mag, umso belangloser fällt das Endergebnis aus.
4 von 10