Review

Wenn aus Liebe Obsession wird, - das Thema brachte ein Streifen wie „Eine verhängnisvolle Affäre“ sehr gut auf den Punkt und von diesem fühlten sich Regisseur Jon Knautz und Autorin und Hauptdarstellerin Alexis Kendra offenbar stark inspiriert. Die titelgebende Liebesgöttin benötigt allerdings sehr viel Zeit, um schließlich in Gang zu kommen.

Venus (Alexis Kendra) arbeitet neuerdings als Stripperin in einem Club, als sie sich in den Gast und Fotografen Brian (Woody Naismith) verguckt und mit ihm eine Beziehung eingeht. Da Brian jedoch noch nicht über den Selbstmord seiner Frau hinweggekommen ist, kapselt er sich zusehends von Venus ab, welche immer tiefer in Wahnvorstellungen abrutscht…

Aufgrund des Covers sollte man nicht auf einen Slasher oder Erotik-Thriller setzen. Vielmehr handelt es sich um ein Psychodrama, welches komplett auf seine Hauptfigur setzt und diese mit wenigen alltäglichen Abläufen passabel einführt. Die darauf folgende Liaison wird allerdings etwas zu hastig abgehandelt, denn nach einer gemeinsamen Nacht in der Kiste kann wohl niemand von Liebe sprechen.

Recht gut wird indes veranschaulicht, wie Halluzinationen und Verfolgungswahn stets zunehmen, etwa, als Venus zum wiederholten Mal laute Musik vom Nachbarn wahrnimmt, Maden im Getränk entdeckt oder schließlich beginnt, Brian heimlich zu verfolgen.
Dies wird untermauert von einer variablen Kamera mit einigen ungewöhnlichen Perspektiven und einer tristen Farbgebung, welche die Isolation von Venus verdeutlicht.

Leider entstehen bei alledem auch einige Längen, denn etwas schleppend wandelt sich Zuneigung zur Besessenheit und es dauert einige Zeit, bis ein wenig Bewegung ins Spiel kommt.
Gewalteinlagen finden sich erst im letzten Abschnitt, als ein nicht gänzlich unvorhersehbarer Twist zu verzeichnen ist, der einige unlogische Aspekte aufweist. Wobei der Abschluss dennoch einigermaßen befriedigt.

Aufgrund der überraschend guten Performance von Alexis Kendra und der merkwürdig desolaten Atmosphäre fällt der Gesamteindruck leicht überdurchschnittlich aus, anderweitig wäre besonders im Mittelteil etwas mehr Entwicklung wünschenswert gewesen.
Ergo nicht vom Cover täuschen lassen, - „Goddess of Love“ ist ein vergleichsweise ruhiger Genrevertreter für Freunde düsterer Psycho-Thriller.
5,5 von 10

Details
Ähnliche Filme