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Die Frau des Fernsehmechanikers Bruce, eine Polizistin, wird bei einem Einsatz gegen eine mysteriöse Kult - Sekte, zu der offenbar auch einige kriminelle Rocker gehören, so schwer attackiert und verletzt, dass sie fortan an den Rollstuhl gefesselt ist. Für sie selbst ist dieser Schicksalsschlag schon schlimm genug, aber Bruce kommt mit dieser neuen Lebenssituation überhaupt nicht zurande. Er ist von Rachegefühlen an den vermeintlichen Tätern besessen und driftet langsam aber sicher in den Wahnsinn ab. Als "Demolisher" zieht er durch die Straßen und übt grausam Vergeltung...

Um es vorweg zu nehmen: Mir hat dieses ArthouseRevengeThrillerDrama sehr gut gefallen. Nach einigen eher negativen Kritiken hatte ich keine allzu große Erwartungshaltung und wurde dann positiv überrascht. Natürlich ist es ein kleiner, ein Independent Film. Trotzdem wirkt er nie billig, eher erfrischend, weil nicht so überladen und überproduziert wie viele Hollywood Filme. Auch die Schauspieler waren mir alle unbekannt, wobei man hier sagen muss, dass besonders der Hauptdarsteller Ryan Barrett seine Rolle sehr intensiv und glaubhaft verkörpert. Auch ohne seine Demolisher Kluft strahlt er eine latente Gefährlich- bzw. Bedrohlichkeit aus. Insgesamt und besonders am Anfang handelt es sich um einen wohltuend ruhigen Film, wodurch die mehr und mehr eingestreuten Gewalttaten nur noch heftiger und realistischer wirken. Grundsätzlich hat der Film eine sehr dichte und düstere Atmosphäre und ist in Punkto Bildästhetik und Dramaturgie stark von den letzten Werken von Nicolas Winding Refn ("Only God Forgives") geprägt. Ich fühlte mich von Anfang bis Ende sehr gut unterhalten. Allerdings kann es gerade bei  "Demolisher" sicher nicht schaden, sich vorher ein wenig über Handlung und Stil des Werkes zu informieren, einfach zum besseren Verständnis darüber, was einen erwartet und um evt. Enttäuschungen zu vermeiden.
Einen Kritikpunkt möchte ich dennoch anmerken: Die zwei Schlüsselszenen des Filmes (nämlich als Bruce sein späteres Opfer Marie zum ersten Mal im Kino, eine Reihe vor ihm sitzend, sieht; und als er sie das zweite Mal sieht, als sie zusammen mit einem Mann aus der von ihm gejagten Rockergruppe aus einem Pfandleihgeschäft kommt). Als er sie nämlich zum zweiten Mal sieht, erkennt er sie wieder und fühlt sich in seinem Wahn von ihr ertappt und verfolgt und beginnt aus diesem Grund, Jagd auf sie zu machen. Besonders die erstgenannte Szene im Kino hätte der Regisseur Gabriel Carrer zum Verständnis der Handlung besser, eindeutiger zeigen müssen. Eine kurze Einstellung, wie sich hier die Blicke von Marie und Bruce treffen hätte schon gereicht. Diese gab es jedoch (leider) nicht. Trotzdem bleibt unterm Strich ein sehr gelungener Revenge Streifen und da der Output in diesem Genre nicht besonders groß ist, kann man sich darüber nur umso mehr freuen. In Zahlen ausgedrückt ergibt das von mir dicke 8/10 Punkten.

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