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In Rache verrannt

"The Demolisher" klingt wie ein B-Actioner frisch aus den 80ern, verhält sich manchmal auch so, doch die meiste Zeit ist er ein aktueller, amateurhafter Racheflick, mit wenig bis gar keinem Budget, der gerne wie eine Art "Drive" meets "Terminator" wäre, wozu ihm jedoch Budget, Können und Ideen fehlen. Das ist unübersehbar. Manchmal tut es auch schon der Ansatz, die Ambition - hier nicht. Die Geschichte dreht sich um eine Polizistin, die von einer Gang in den Rollstuhl geprügelt wird. Nun stülpt sich ihr verbitterter Mann schwarze Schutzkleidung über, schnappt sich den Schlagstock und macht einen auf Punisher für Arme...

Ansätze sind da, der Wille sozusagen, doch im Endeffekt reicht es nicht. Es ist ein No-Budget-Lappen, bei dem man immer das Gefühl hat, dass man mit ein paar Kumpels ähnliches auf die Schnelle auf die Reihe kriegen könnte. Es wirkt durchgängig billig und dilettantisch, was Sympathie hervorbringen, aber auch nerven kann. Hier überwiegt leider Letzteres, gepaart mit einer guten Portion Langeweile. Erstaunlich, wenn man sich die kurze Laufzeit ansieht. Die Kampfszenen sind unspektakulär bis schlicht mies choreographiert, Blutergüsse halten sich in engen Grenzen und Spannung bleibt ein Fremdwort. Wieder: erstaunlich, wenn man bedenkt, dass das komplette letzte Drittel eine einzige Verfolgungsjagd ist. Ein DTV-Produkt, das auf dem Papier in jeder Beziehung besser klingt als dann letztendlich auf Film. Manchmal kommen Züge von "Rampage" auf, die Idee der dich auffressenden Rache ist gut und das Kostüm hätte Kultcharakter gehabt, doch im Endeffekt bleibt viel mehr Wille als Können.

Fazit: visuell ein zweischneidiges Schwert, thematisch zumindest interessant, schauspielerisch bemüht und insgesamt eher zäh - nett gemeint aber nicht richtig gekonnt. Oder gedurft. Eine Chance hätten alle Beteiligten bei mir noch verdient, auf Grund solider Ansätze. Man kann aber nicht alles auf das nicht vorhandene Budget schieben... 

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