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"Schatz, dein verrückter Hund ist wieder bei uns drüben."

Der gutherzige Junge Charlie Brown ist nicht nur ein Außenseiter. Seine Versuche einen Drachen steigen zu lassen, beim Baseball einen Ball zu fangen oder sich anderweitig zu etablieren scheitern stets und machen ihn somit zu einem dauerhaften Verlierer. Nur sein treuer Hund Snoopy und sein bester Freund Linus stehen zu ihm. Als nebenan neue Nachbarn einziehen, hofft Charlie Brown, dass sie von ihm noch nie etwas gehört haben. Jedoch verliebt er sich direkt in das kleine rothaarige Mädchen von nebenan. Erste Annäherungsversuche scheitern trotz der Hilfe seines Hundes. Snoopy arbeitet mit dem Vogel Woodstock nebenbei an einer abenteuerlichen Geschichte um ein Fliegerass und den Roten Baron und lebt diese in seiner Phantasie weiter.

Der Peanuts-Erfinder Charles M. Schulz verfügte nach seinem Tod, dass kein anderer Zeichner sein Werk fortführen dürfe. Viel genutzt hat es nicht. Bereits 2012 erschienen neue Comics und nun steht der 5. Kinofilm vor der Tür. Zumindest blieb das Erbe von Charles M. Schulz in Familienhänden. Dies spürt man auch trotz moderner Animationstechnologie und 3D-Effekten, denn der altbekannte Charme und die ruhige Inszenierung blieben erhalten.

In die "Die Peanuts - Der Film" ist der zentrale Aspekt Charlie Brown und seine erste große Liebe. Auch die anderen Charaktere kommen zum Zuge und zeigen ihre typischen Eigenschaften. Lucy van Pelt mit ihrer grießgrämigen und hinterlisten Art und Weise, Schroeder mit seinem Hang zu Beethoven, die kumpelhafte Peppermint Patty mit ihrer untergebenen Marcie sowie der stets verschmutzte Pig-Pen. Da Charlie Brown und Snoopy einen Großteil der Handlung einnehmen, spielen sämtliche anderen Figuren nur eine geringfügige Rolle.
Snoopy hat in einer, sich in der Phantasie abspielenden Geschichte, den abenteuerlichen Teil der Handlung. Leider fehlt es dieser an Spannung und Höhen, dafür überrascht sie mit einem neuen Charakter.

Die ruhige Inszenierung, die das Gefühl der 40er und 50er gut vermittelt, hat ihren Preis. Zwar wirkt sie neben den zahlreichen reizüberflutenden Konkurrenten angenehm frisch, jedoch auch altbacken. Die Handlung bietet nichts Neues im Peanuts-Universum und richtet es auch nicht neu aus. Vielleicht ist dies aber auch garnicht nötig.

Neben der üblichen Slapstick und Situationskomik vermittelt "Die Peanuts - Der Film" auch Werte über Freundschaft, Selbstvertrauen und den Mut zur Ehrlichkeit. Dies wird sanft nebenbei ausgebreitet und kommt ohne den moralischen Hammer daher, was es für ein erwachsenes Publikum einfach macht anzunehmen.

Im Vorfeld konnte man durchaus skeptisch sein, ob die kultigen Peanuts auch als computeranimierte Figuren funktionieren können. Durch die Digitaltechnik sehen die Welt und die Figuren natürlich um einiges glatter aus als gewohnt und auch an den räumlichen Eindruck muss man sich zunächst gewöhnen. Mit etwas Toleranz erfreut man sich aber an kleinen Details. So bestehen Komponenten der Figuren, wie die Augen und der Mund, aus zweidimensionalen Linien. Auch die musikalische Untermalung ist durchaus eingängig und bekannt.

"Die Peanuts - Der Film" adaptiert die Comicvorlagen von Charles M. Schulz mit Respekt und erhält somit ihren ursprünglichen Charme. Die Figuren sind durchweg sympathisch und ihrem Kern gerecht. Nur leider kommen die zahlreichen Chrarktere neben den beiden Protagonisten etwas kurz. Auch die Handlung bietet wenig Überraschendes oder gar Neues. Dafür orientiert sich die Animation angenehm nah an den gezeichneten Comics.

8 / 10

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