'Jim il primo' ist naiv, aber liebenswert.
Regisseur, Schauspieler, Drehbuchautor und Kameramann haben sich hier erheblich Mühe gegeben, mit dem eingeschränkten Budget was Ordentliches zu zaubern.
Viel Zeit wird den Schandtaten der Bande eingeräumt, richtig ungut, wie die Frauen und Kinder des Dorfes regelmäßig von ihr belästigt werden, während sie am Dorfplatz abhängt und auf den Goldtransport (Ersparnisse der Stadt) wartet.
Insbes. ihr Anführer (Livio Lorenzon, so manchem wohl aus den Sandalenfilmchen bekannt) ist Widerling erster Klasse: Über seine Glatze machen sich auch die Bandenmitglieder lustig. Unwiederbringlich, wie er sich dann später mit nacktem, vorher an einem Brunnen angefeuchteten (!) Wabbel-Oberkörper von einer leichten Erhöhung herab unter lüsternem Grunzen auf die ausreitende Lady des Helden stürzt, um diese eine gute Minute sexuell zu bedrängen, ehe er sich gezwungen sieht, gegenüber Pistolen-Jim seinen peinlichen Mann stehen.
Auch die leidenschaftliche Latinoschönheit - Tochter der Puffmutter -kommt ganz gut rüber, sie hat es auf den Troubadour der Bande (kurz "Gitarre" genannt) abgesehen; er sieht ihr schon mal tief und lang in die Unterwäsche, der Zuseher mit.
Das Mädel des Verräter-Bankiers hingegen hätte mehr Potential gehabt - verschenkt.
Mitchell in der Hauptrolle spielt angemessenerweise zurückgenommen und doch einigermaßen differenziert.
Der Sheriff des Dorfs zwar nicht, er schwankt zwischen der selbstmörderischen Pflicht den Banditen gegenüber und seiner Rolle als Familienvater und kommt steif rüber. Doch auch das paßt endlich ganz gut.
Für Fans von Eurowestern ist der Streifen also durchaus einen Blick wert, wenn auch der Zynismus, den man ab der Dollartrilogie beobachten kann, hier noch beinahe gänzlich fehlt.