Review

Staffel 1 - 3,5/10

Staffel 1


Hauruckhommagen aus der Hölle

„Scream Queens“ hat eigentlich viel, was zumindest für ein serielles Guilty Pleasure für Horrornerds reichen könnte. Ähnlich wie es „American Horror Story“ oft tut. Echte „Schreiköniginnen“ wie Jamie Lee Curtis plus „neuen, heißen Stoff“ wie Emma Roberts. Dazu genug Augenzwinkern und einen sehr eigenen, unverschämten Humor. Viele Hommagen an Klassiker wie „Shining“ oder „Psycho“. Ryan Murphy als Fan und TV-Experten am Ruder. Nicht zu wenig Budget. Einige frische sowie bekannte Gesichter. Im Grunde eine Slasherparodie, die immer gehen müsste. Und doch steht für mich unter'm Strich: „Scream Queens“ ist eine der unsäglichsten Serien, die ich in letzter Zeit gesehen habe.

Einfach nicht mein Geschmack und Witz? „Black Christmas“ meets „Scary Movie“ für die Generation Y? Kultpotenzial von mir nicht erkannt? Oder wirklich eine Zumutung und miese Serie?
Handlung: die weibliche Luxusverbindung Kappa Kappa Pi und eigentlich die ganze Uni wird von einem Killer im „Roter Teufel“-Kostüm terrorisiert - wer befindet sich unter der generischen Karnevalsverkleidung? Und was hat das mit einem im Haus geborenen Baby zu tun, dessen Mama damals in den 90ern starb? 

Staffel 1 von „Scream Queens“ beinhaltet 13 Episoden. Fast 10 Stunden Hölle für mich. Kein Witz. Und  das null im Positiven, trotz Teufelchen. Die Witze zogen nicht. Mit deutscher Synchro noch weniger. Nahezu alle Figuren sind unendlich unsympathisch. Meist beabsichtigt - was es aber kaum besser macht. Wer im Endeffekt der Killer ist oder die Killer sind hätte mir nicht egaler sein können. Die Morde sind leider auch nicht saftig genug. Das viele Augenzwinkern und die Finten regen einen irgendwann sogar eher auf, nachdem sie einem eine ganze Zeit lang zuerst egal sind. Richtigen Horror darf man nicht erwarten. Guten Humor leider auch nicht als Mixtur aus „Clueless“ in schlecht und „Scream“ in bescheuert. Ein paar freche, T-Shirt-würdige Sprüche von Chanel bleiben vielleicht hängen. Aber das war’s dann auch schon. Die zweite Staffel kommt mir daher in drei Leben nicht ins Auge oder Haus. Potenzial war da. Aber das ist nach meinem Gusto leider der absolute Tiefpunkt des ohnehin absolut überarbeiteten (und überschätzten) Ryan Murphy. Ein echter Griff ins durch billige Extensions verstopfte Klo. 

Fazit: eine der unlustigsten und schmerzhaftesten Horror-/Comedyserien der letzten zwei Jahrzehnte. Für mich das neue Low von Ryan Murphy, gegen den selbst schwächere „American Horror Story“-Jahre fast wie Meisterwerke wirken. Überhaupt nicht mein Humor - und dadurch eine echte Qual. (3,5/10)

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