Staffel 1 - 6/10
Staffel 1
Auf Twitter hört man keine Schreie
Die vier „Screams“ sind zusammengenommen eine meiner absoluten Lieblingsfilmserien. Und das nicht nur im Horror- oder gar nur Slasherbereich. Ich bin mit ihnen ein gutes Stück groß geworden und mit ihnen ins Genre reingewachsen, habe mit ihnen gezittert, gelacht, gelernt. Sie sind für mich das, was für viele von euch Freddy, Jason und Co. im Jahrzehnt davor waren. Hat es die Serienadaption von „Scream“ dadurch nun schwerer oder einfach bei mir zu landen? Von beidem etwas, würde ich behaupten. Aber so gut es geht Objektivität zu wahren und nicht zu oft Vergleiche mit den in jeder Hinsicht besseren, wichtigeren Filmen zu ziehen, liegt eh in meinem Sinn und Interesse. Daher hier meine Meinung, Pros und Cons zu der ersten Staffel von „Scream“, in der eine Highschool-Clique von einem maskieren Killer dezimiert wird, der eine alte Rechnung mit der Kleinstadt am See offen zu haben scheint...
PRO
+ zum Teil echtes Scream-Feeling
+ erfolgreiches Update in die Jetztzeit
+ viele Insider und Hommagen an die Reihe
+ hochwertiger Look
+ teilweise gute Härte (Halbierung, Gedärmentnahme usw.)
+ viele Verdächtige
+ noch mehr Wendungen (selbst wenn nicht alle funktionieren)
+ der Film- und Game-Nerd ist lustig
+ Einbindung aktueller Themen, Entwicklungen und Techniken
+ sehr nett anzusehende Darsteller/innen
+ klasse Soundtrack
+ Ende mit genug offenen Fragen
+ toughe Frauenfiguren+ Halloweenball
+ offene Fragen am Ende machen Lust auf mehr
+ ich mag die neue Maske
+ Folgen sind knackig kurz, bleiben kaum länger als sie müssen
+ besser als andere Slasher in serieller Form
+ noch genug Luft nach oben für Staffel 2
+ wenn man nicht zu sehr mit den Filmen vergleicht, kann die Serie (noch) mehr punkten
+ 90er-Vibes
+ für Film- und insbesondere Horrorfans sehr gut geeignet
CONTRA
— einige Längen und ereignisarme Episoden
— Liebesdreieck nervt
— zu hübsche, glatte Darstellerriege
— MTV-Feeling mit Vor- und Nachteilen
— Slasher auf Serienlänge können sich unnötig ziehen und aufblähen, hier auch teilweise (und davor wird sogar zu Beginn selbst gewarnt)
— etwas langweilige Hauptdarstellerin
— viele wirklich nicht sehr nette Figuren, denen man den Tod fast gönnt (typisch Slasherfilm, i know)
— klischeebeladen
— zu wenig (landender) Humor
— zu niedriger Bodycount
— einige Figuren, die man schnell und möglichst böse sterben sehen will, tun dies nicht
— dummes Verhalten (zum Teil aber auch typisch Slasher oder gar Scream)
— konstruierte, durchaus etwas trashige Geschichte
— sehr brav und „amerikanisch“ was Nacktheit betrifft
— deutlich auf Teens ausgelegt
— zum Teil brachial blöde Dialoge
— Schauspieler zum Teil alles andere als gut, nichtmal solide
Fazit: überraschend solides, kurzweiliges Update auf den augenzwinkernden Prototyp-Slasher der 90er. Zumindest in seinen besten Momenten. Dieses Mal mit Cybermobbing, Handys und noch mehr Augenzwinkern, Meta-Ebene, Vorwissen aufs Horrorgenre. Zwar etwas lang gezogen, mit vielen Unsympathen belebt und ziemlich oberflächlich, außerdem nicht über alle Folgen fesselnd und auch nicht ansatzweise auf dem Niveau der Filme. Aber immerhin besser als alles bei „Slasher“ und mit der neuen AHS Staffel „1984“ wohl die beste serielle Umsetzung des Subgenres. (6/10)