Am Vorabend zu Allerheiligen, dem titelgebenden All Hallows Eve, ereignen sich manchmal seltsame, ja mitunter schreckliche Dinge. Ein buntes Sammelsurium derartiger Geschichten, die alle in der Nacht zum 1. November spielen, bietet der vorliegende Streifen, welcher mit einer jungen Frau startet, die abends allein zuhaus ist, als es an ihrer Tür klingelt. Ein maskierter Mann mit Machete steht unten auf der Strasse, aber das stört sie nicht, denn vor ihrer Wohnungstür liegt eine VHS-Cassette, und da sie diese alten Bänder liebt, wie man einer diesbezüglichen Bemerkung entnehmen kann, landet das Teil auch sogleich im Player. Durch kurzes Schneegestöber voneinander getrennt werden nun 8 Kurzgeschichten abgespult, die inhaltlich zwar nichts miteinander zu tun haben, deren kleinste Gemeinsamkeit aber stets etwas Übernatürlich-Gruseliges ist.
Bei einer Lauflänge von knapp 90 Minuten (von denen die letzten gut 10 Minuten aus den gesammelten Abspännen der Kurzfilmchen bestehen) ist bei All Hallows Eve 2 (dessen erster Teil von 2013 schon 3 derartige Narrationen beinhaltete) von vornherein nicht mit einer logisch aufgebauten Story zu rechnen, doch könnten die einzelnen Episoden ja dennoch interessant sein. Das sind sie dann leider keineswegs, denn nicht nur daß sie sich in Länge, Schnitt und dargestelltem Handlungszeitraum deutlichst unterscheiden, erreichen die Clips inhaltlich nur in wenigen Fällen Mittelmaß; die meisten sind einfach langweilig und vermögen kaum eine zusammenhängende Begebenheit darzustellen, was freilich nicht nur in der zur Verfügung stehenden kurzen Zeit begründet liegt.
Zum Auftakt schnitzt und backt ein Teenager-Babysitter Kürbisse mit ihrem jungen Schützling, bis ihnen beiden die Kürbissamen aus dem Bauch herauswachsen, was auch graphisch einigermaßen gut dargestellt ist und eine gewisse Erwartungshaltung beim Zuschauer weckt, doch danach geht es konstant bergab: irgendein älteres Pärchen will keine um Süßigkeiten bettelnden Kinder ins Haus lassen, doch die sind dann plötzlich doch da und bedrohen den Mann, in der dritten Geschichte fahren Vater und Sohn in den Wald, doch der Vater hat die Fleischklumpen zuhause vergessen (wtf?), später hat ein 6-jähriger altersgerecht harmlose Alpträume vom bösen Mann untern Bett, die ihm seine alleinerziehende Mutter ausreden will, zwischendurch dürfen ein paar Halbwüchsige auf einem Jahrmarkt scharfe Gegenstände auf einen Masochisten schleudern (die kürzeste und schwächste Episode) und am Ende chattet ein Mann längere Zeit auf Spanisch(!) an seinem Laptop, dem dann ein Monster entsteigt... nein, das ist weder unterhaltsam noch in irgendeiner Weise spannend.
Während die erste Geschichte (mit Abstand noch die "Beste" von allen) deutliche Bezüge zu Halloween aufweist, wechselt das Sujet dann immer weiter bis hin zu einer Thriller-ähnlichen Kurzgeschichte, in der eine Mordzeugin im Lift mit dem vermeintlichen Mörder eingesperrt ist. Letztere sowie die erwähnte erste Episode sind die einzigen, die sich im Kurzzeitgedächtnis festsetzen könnten, bevor die junge Frau aus der anfänglichen Rahmenhandlung das VHS-Tape durchgeschaut hat und der Film dann mit dem vorhersehbarsten und langweiligstmöglichen Schluß endet.
Fazit: Eine Anthologie, die aus ihrem Potential, von mehreren Produzenten/Regisseuren erstellt worden zu sein, viel zu wenig macht und daher bestenfalls für die-hard-Horrorfreunde einen Blick wert ist: 3 Punkte.